Erstellt am 18. November 2015, 10:45

von Katharina Zedlacher-Fink

Containerdorf 74 Asylwerber eingezogen. ;Seit dem 11. November wohnen 74 Asylwerber, davon 27 Kinder unter 15 Jahren im Containerdorf am Raststätten-Parkplatz.

Mit Hilfesuchenden im Containerdorf. Veronika Handler und Wolfgang Dihanits vom Arbeiter Samariter Bund (l.), Norbert Sulyok vom Bundesministerium für Inneres (2.v.r.), Potzneusiedls Bürgermeister Franz Werdenich (3.v.r.) und Amtsleiterin Romana Puszar (4.v.r.hinten). Katharina Zedlacher-Fink  |  NOEN, Katharina Zedlacher-Fink

Am Martinitag haben im neuen Containerdorf am Autobahnparkplatz an der A6 bei Potzneusiedl 74 Asylwerber Quartier bezogen. Das Quartier, wo die Strabag winterfeste Container zur Verfügung gestellt hat, ist ein durch das Durchgriffsrecht installiertes Bundesquartier und wird vom Arbeiter Samariter Bund, der mit rund zehn Betreuern unter der fachlichen Leitung von Veronika Handler rund um die Uhr vor Ort ist, betreut.

Dihanits: „Überzeugt, dass es laufen wird“

„Wir sind nun dabei, die gesamte Struktur zu finalisieren. Es gibt nun ein winterfestes Quartier und Betreuung, alles weitere wird sich entwickeln“, sagt Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) Burgenland.

Gemeinsam mit Norbert Sulyok vom Bundesministerium für Inneres und der Gemeinde Potzneusiedl werde der ASB in den kommenden Wochen nun verstärkt zusammenarbeiten, um das Leben der Asylwerber zu organisieren. So gilt es unter anderem die Frage zu klären, wo die 27 Kinder unter fünfzehn Jahren, die sich unter den Hilfesuchenden befinden, einen Kindergarten beziehungsweise eine Schule besuchen können. Außerdem müssen Deutschkurse organisiert werden, hier sind Ehrenamtliche gefragt. Dafür und auch für Fragen, welche Sachspenden benötigt und wann diese abgegeben werden können, wurde eine eigene Telefonnummer eingerichtet (02618/62082-9005).

Die Hilfesuchenden, die in ihrem Quartier auf Erledigung ihres Asylverfahrens warten, bekommen dreimal am Tag Mahlzeiten, die angeliefert werden. Putzdienste werden auch von ihnen selbst erledigt. „Zum einen ist es gut, wenn die Hilfesuchenden eine Aufgabe haben und außerdem erlernen sie dabei auch die deutsche Sprache“, erklärt Dihanits. Die Herkunft der Asylwerber ist unterschiedlich, so befinden sich Menschen aus Afghanistan, Somalien, Syrien, dem Irak und aus dem Libanon unter den 74 Bewohnern im Containerdorf.

Werdenich: „Schon  Hilfsangebote da"

In der Gemeinde Potzneusiedl wurde bereits eine Bürgerversammlung, das die neuen Mitbewohner zum Thema hatte, abgehalten. Bürgermeister Franz Werdenich: „Es gibt natürlich Ängste unter den Potzneusiedlern, aber gleichzeitig gab es auch schon viele Hilfsangebote.“

Norbert Sulyok vom Innenministerium dazu: „Wenn man offen an die Sorgen der Menschen rangeht, kann man die Ängste schnell zerstreuen. Uns ist sehr wichtig, dass alle zufrieden sind, die Schutzsuchenden, die Gemeinde und der ASB.“ Wolfgang Dihanits vom ASB weiß von der Herausforderung: „Man muss uns Zeit geben, aber ich bin überzeugt, dass es laufen wird.“