Erstellt am 26. Februar 2016, 12:47

von Pia Reiter

Defekt und „vergessene“ Pendler: Bahn regt weiter auf. Nach technischem Defekt und „vergessene“ Pendler am Neusiedler Bahnhof, sieht Bezirks-ÖVP dringenden Handlungsbedarf.

Beschwerdestelle eingerichtet. ÖVP-Bezirksparteiobmann Rudi Strommer, Bezirksgeschäftsführer Thomas Ranits und Landtagsabgeordneter Markus Ulram sammeln die Kritikpunkte der Pendler. Foto: Pia Reiter  |  NOEN, Pia Reiter

Am 13. Dezember des Vorjahres trat ein neuer Fahrplan mit zahlreichen Veränderungen für die Schüler und Tagespendler im Bezirk Neusiedl am See in Kraft. Seitdem häufen sich die Beschwerden über gefährliche Situationen am Bahnsteig oder überfüllte Züge zu stark frequentierten Zeiten.

Ein Zwischenfall, der die Wogen in den sozialen Netzewerken vergangene Woche besonders hochgehen ließ, war ein technischer Defekt am Donnerstag, der zur Folge hatte, dass der Zugverkehr von morgens circa halb acht bis in die Mittagsstunden unterbrochen war – BVZ.at hatte unter der Woche berichtet (

und Artikel unten).

Kurzfristig mussten bis zu 500 Personen warten

Die ÖBB reagierten auf den technischen Defekt und richteten einen Schienenersatzverkehr ein. Dieser ging zuerst nur von Parndorf weg, sodass in Neusiedl am See laut am Bahnhof kurzfristig bis zu 500 Personen auf eine Weiterfahrt warten mussten. Laut ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif normalisierte sich die Situation zu Mittag, der Zugverkehr konnte wieder aufgenommen werden.

Für die Bezirks-ÖVP ist das ein unhaltbarer Zustand: „Laut Referatseinteilung der Burgenländischen Landesregierung ist der Landeshauptmann für koordinierende Maßnahmen in Angelegenheiten der Verkehrsplanung, in Angelegenheiten des öffentlichen Verkehrs und der Verkehrsverbünde und bei den Wirtschaftsbeteiligungen des Landes für die Neusiedler Seebahn GmbH und den Verkehrsverbund Ostregion GmbH verantwortlich. Es ist längst an der Zeit, dass Hans Niessl die Probleme der Pendler endlich ernst nimmt“, fordert Bezirksparteiobmann Rudi Strommer.

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Landeshauptmann Hans Niessl meint zur Kritik und den Beschwerden der Pendler: „Das Burgenland gibt jedes Jahr über 17 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr aus. Erstes Ziel ist es die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die burgenländischen Pendler zu schaffen. Kritikpunkte bezüglich der Fahrplanänderungen haben wir aufgenommen und werden dementsprechend reagieren. Über 20 Kritikpunkte haben wir bereits zugunsten der burgenländischen Pendler umsetzen und somit verbessern können. Wir arbeiten daran, auch die restlichen Kritikpunkte zu verbessern.“

Zum Thema:


Zitiert: „... versuchen, alle Anliegen umzusetzen“

„Das Thema öffentlicher Verkehr brennt unseren Bürgerinnen und Bürger unter den Fingernägeln. Die hohe Anzahl an Nachrichten bestärkt uns in unserem Handeln. Die hohe Zahl der eingehenden Beschwerden zeigt, dass die derzeitige Situation nicht mehr tragbar ist.“
ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Thomas Ranits

„Eine jährliche Erhebung der AK bezüglich der Pendlerzufriedenheit zeigt, dass eine Grundzufriedenheit vorhanden ist. Diesbezügliche Kritikpunkte werden selbstverständlich ernst genommen. Unser Ziel ist die optimale Lösung für alle burgenländischen Pendler. Wir sind sehr froh über die vielen Rückmeldungen und werden natürlich versuchen, alle Anregungen umzusetzen!“
Landeschef Hans Niessl