Erstellt am 27. November 2013, 23:59

Den Vater beraubt. Prozess /  Ein 23-jähriger Mann zückte ein Küchenmesser, um seinen Vater dazu zu bringen, ihm Geld fürs Tanken zu geben.

Von Elisabeth Kirchmeir

BEZIRK NEUSIEDL AM SEE / Es ging nur um zehn Euro, aber dennoch ist es juristisch gesehen ein schwerer Raub, weswegen sich ein 23-jähriger Mann vorige Woche vor Gericht verantworten musste.

Am 14. September dieses Jahres war er trotz eines polizeilich ausgesprochenen Betretungsverbotes in seinem Elternhaus aufgetaucht und hatte Geld gefordert.

„Ich fragte meinen Vater, ob er mir zehn Euro borgt. Mein Vater sagte, er gibt mir sicher kein Geld“, sagte der Angeklagte. Daraufhin sei es zum Streit und zu einer Rangelei gekommen. „Ich nahm ein Messer aus der Küchenschublade. Da warf er mir das Geld hin“, berichtete der junge Mann. Das Geld habe er benötigt, weil sich im Tank seines PKWs kein Sprit mehr befand.

Mit 17 Zentimeter-Klinge Geld gefordert

Das Küchenmesser hatte eine Klingenlänge von 17 Zentimetern, muss also durchaus bedrohlich gewirkt haben. Der Angeklagte, ein ausgelernter Tischler, gab zu, regelmäßig Alkohol zu konsumieren: „Seit 15 trinke ich jedes Wochenende, seit dem 21. Lebensjahr täglich.“ Am Tag des Vorfalls habe er „zwei oder drei Bier“ konsumiert.

Der Vater zog es als Zeuge vor Gericht vor, sich aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses zum Angeklagten der Aussage zu entschlagen.

Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rauter verurteilte den in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten wegen schweren Raubes zu einem Jahr Freiheitsstrafe, davon acht Monate auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.