Erstellt am 20. Februar 2013, 09:04

Die „Check“ macht im März dicht. Vertrag läuft aus | Besitzer will Grundstück verkaufen, Pächter Alfred Neumann und Bruder Hans hören auf.

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NEUSIEDL AM SEE | Nach 30 Jahren „Check Point“, von vielen Stammgästen kurz „Check“ genannt, muss sie nun ihre Tore schließen. Gerüchte gab es schon länger, nun scheint der Schritt aber definitiv. Pächter Alfred Neumann bestätigt auf Nachfrage der BVZ: „Ja, wir machen endgültig dicht. Der Besitzer will das Grundstück verkaufen und verlängert den Pachtvertrag nicht mehr.“

Für den Betreiber, seinen Bruder Hans Neumann, sei das ein harter Schlag: „Der Hansi lebt nur für die Musik, er war und ist nicht materiell eingestellt. Er ist verzweifelt“. Was aber ärgert, sind die Anzeigen wegen Überschreitung der Sperrstunden: Sogar der Konzessionsentzug sei ihm angedroht worden, sagt Neumann. Die Strafen würden sich in letzter Zeit häufen: „So will Hansi nicht mehr weitermachen.“ Laut Neumann fängt das Geschäft am Samstag erst ab ein Uhr Früh an, die Öffnungszeiten sind von 22 bis vier Uhr morgens genehmigt.
Bezirkshauptmann Martin Huber bestätigt, dass es Beschwerden gegeben hat: „Die Polizei ist dem nachgegangen. Doch ob der Betreiber zusperrt oder nicht, das ist allein seine Entscheidung.“

Überschreitungen bei Sperrstunden-Zeit

Vonseiten der Polizei Neusiedl am See heißt es: „Sperrstunde für die Diskothek „Check Point“ ist um vier Uhr früh - zu dieser Uhrzeit sollte aber bereits geschlossen sein. In den letzten zwei Monaten gab es bezüglich Überschreitungen der Sperrstunde allerdings drei bis vier Anzeigen.“ Man gebe jedoch genügend Zeit, bevor man zur Kontrolle der Sperrstundenzeit im Lokal ansetze, erklärt der Polizist weiter: „Der Gastwirt muss dies 15 Minuten vor Schluss veranlassen. Wird die Sperrstunde rechtzeitig verkündet und verlassen die Gäste das Lokal dennoch nicht, so wären auch die Gäste strafbar.“

„Wir wissen noch nicht den bestimmten Tag, wann wir zusperren, es wird irgendwann im März sein. Für die Jugendlichen ist es schade, dass es uns dann nicht mehr gibt“, sagt Neumann.

„Check-Fans“ trauern, Abschied fällt schwer

Schwer nehmen es jedoch die „Check-Fans“, quer durch alle Altersstufen, dass sie sich nun von ihrem Lieblingslokal für immer verabschieden müssen: Sie nehmen den Abschied mit großer Wehmut zur Kenntnis. So wie Michael Hess, Mitglied der ehemaligen Neusiedler Boyband „Chunks“, die zu Hochzeiten des Lokals (in den 80er-Jahren) dreimal dort auftraten: „Es gab einfach nichts anderes für uns, wir waren jedes Wochenende dort, heute noch sporadisch. Jetzt schaut es noch immer so aus und Hansi spielt noch immer die gleichen Lieder.“

„Mit dem „Check Point“ verbinde ich meine Jugend.“ Vor etwa 30, 35 Jahren pilgerte Karin Horvath jedes Wochenende von Gols nach Neusiedl am See. „Die Check war damals das Wohnzimmer der Seewinkler Jugendlichen“, erinnert sie sich zurück. Bereits am Donnerstag nach der Arbeit sei die Disco der Stadt das Ziel gewesen, und auch die Freitage, Samstage und Sonntage hätte man in „der Check“ verbracht. „Jetzt komme ich nur mehr jedes halbe Jahr einmal ins Check Point. Dann fühle ich mich aber sofort wieder, wie in meine Jugendzeit zurückversetzt“, sagt Karin Horvath. Eine besondere Liebe zum Check Point entwickelte sie wohl vor ein paar Jahren. Damals lernte sie dort ihren Ehemann Viktor kennen. Die Schließung des Check Point findet sie also doppelt schade. Schade auch um den „Wunschkonzertkönig“. Genial sei es, wie Hansi jede Platte auf Wunsch sofort griffbereit habe.