Erstellt am 06. Januar 2016, 05:03

von Katharina Zedlacher-Fink

Die Frau mit den Flöten. Die Wahlwindenerin baut seit 20 Jahren indianische Flöten und gibt ihr Wissen in Workshops bis nach Schweden weiter.

Die Flöten werden aus heimischen Hölzern gefertigt und individuell dekoriert.  |  NOEN, Zedlacher-Fink

Begonnen hat die Leidenschaft im Jahr 1996. Da besuchte Gabriele Göbel ein Konzert, wo ein Musiker auf seiner indianischen Flöte spielte. „Ich war sehr berührt vom Spiel, es ist mir in Herz und Seele gegangen“, erinnert sich die Windenerin, die im Anschluss daran Workshops bei dem Musiker machte und sich aneignete, selbst indianische Flöten zu bauen.

Workshops sogar in Schweden

„Ich habe gefühlt, das ist meines, dass es zu mir gehört“, so Göbel. Denn obwohl der Bau einer indianischen Flöte recht einfach anmutet, bedeutet der Prozess viel mehr. „Es ist zum einen händische Arbeit und beim Bau gibt es so viele Emotionen, die hochkommen. Man stößt an Grenzen“, erklärt Göbel.

Nach zwei Jahren „Training“ begann die gebürtige Wienerin selbst Kurse im Flötenbau anzubieten, die sie immer noch macht. Sogar in Schweden hielt sie bereits Flötenbau-Workshops ab. In den Kursen begleitet sie die Teilnehmer zu deren Flöte, denn jede Flöte ist einzigartig.

Da gibt es auch kein richtig und falsch, der Ton und Klang ist, ähnlich wie die Größe der Flöte, individuell. Zum Schluss der Kurse sei bei den Teilnehmern (ab 15 Jahren kann man mitmachen) ein Strahlen zu erkennen, auch aufgrund der Faszination, was man aus einem Stück Holz machen könne. Und auch nach rund 20 Jahren ist Gabriele Göbels Leidenschaft ungebrochen.

Flöten als Wanderstock verwendbar

Sie experimentiert und probiert immer wieder neue Sachen aus. So entstanden unter anderem „Walking stick-flutes“, also Flöten, die man auch als Wanderstock verwenden kann. Mit den Flöten, davon ist Göbel überzeugt, kann viel Gutes getan werden. Sie selbst hat zum Beispiel mit ihrer Flöte das Vertrauen ihres Pferdes gewonnen und ist überzeugt: „Wenn Worte fehlen, Schweigen unmöglich ist, sage es mit deiner Flöte!“


Zum Thema

Bei den nordamerikanischen Lakota-Indianern bauten die Männer derartige Flöten, um ihre Angebetete zu erobern. Nach der Eroberung landete die Flöte als Dank im Feuer.

Informationen zu den Flötenbau-Kursen und zur Arbeit von Gabriele Göbel gibt es auf ihrer Homepage www.windamsee.at