Erstellt am 11. Juni 2014, 10:17

von NÖN Redaktion

Diebe bei Winzern. Großer Schaden / Diebe aus Rumänien stahlen drei Traktoren. Geschädigt wurden Leo Hillinger, Gerhard Allacher und die Landesregierung.

Geschädigt. Leo Hillinger war ein betroffenen Winzer.  |  NOEN, Prummer

Vorige Woche standen zwei Brüder aus Rumänien in Eisenstadt vor Gericht, weil sie teure Weingarten-Traktoren gestohlen hatten. Der erste Diebstahl ereignete sich am 19. Juli 2013 am Areal des Weinguts von Leo Hillinger in Jois. Tags darauf fand man das abgesägte Dach des Traktors, das Fahrzeug selbst wurde kurze Zeit später ca. einen Kilometer entfernt in einem fremden Weingarten entdeckt.

„Am nächsten Morgen sollte der Traktor abgeholt werden“, berichtete ein Mitarbeiter des Weinguts Hillinger vor Gericht. „Wir haben versucht, den Traktor in unseren Bus zu verladen, es aber nicht geschafft“, gab der jüngere Angeklagte, ein 25-jähriger Rumäne, zu. Deshalb habe man den Traktor stehen lassen. Aufgeben wollten die Diebe nicht - sie kamen in der nächsten Nacht wieder. Diesmal sägten sie die Holme der Fahrerkabine ab und versuchten neuerlich vergeblich, den Traktor aufzuladen. „Der Traktor war danach ein Totalschaden“, erklärte der Hillinger-Mitarbeiter. Die Reparatur hätte 25.000 gekostet. Am 24. Juli 2013 wurden die beiden Brüder neuerlich tätig. Diesmal schafften sie es, einen Traktor im Wert von 40.000 Euro aufzuladen, der am Areal des Landesforstgartens Weiden abgestellt war. Dieser Traktor konnte in Rumänien sichergestellt und dem Besitzer ausgefolgt werden.

Fahrzeug nach Rumänien transportiert

Angeblich ohne seinen 30-jährigen Bruder stahl der 25-jährige Rumäne am 14. September einen weiteren, 60.000 Euro teuren Weingartentraktor, der in Gols beim Weingut Allacher abgestellt gewesen war.

Der Dieb transportierte das Fahrzeug nach Rumänien, konnte es dort zwar starten, damit aber nicht fahren. „Das war ein nagelneuer High-Tech-Traktor, der mit einem Joystick gelenkt wird“, berichtete Winzer Gerhard Allacher. „Den kann keiner fahren, der ihn nicht kennt.“ „Ich habe ihn in die Donau geworfen, weil ich damit nichts anfangen konnte“, behauptete der 25-jährige Rumäne. „Die Donau hatte zu dem Zeitpunkt Niedrigwasser, das wäre gar nicht möglich gewesen“, konterte Staatsanwalt Roland Koch.

Der jüngere Täter, dem der Diebstahl von drei Traktoren zur Last gelegt wurde, wurde zu 24 Monaten Haft verurteilt, sein Bruder zu 20 Monaten. Den Geschädigten wurde Schadenersatz zugesprochen. Staatsanwalt Roland Koch kündigte eine Berufung gegen das Urteil an.