Erstellt am 11. Januar 2012, 11:28

Diebestrio roch nach Stallmist. Ein kurioser Fall beschäftigt Polizeidienststellen im Burgenland und in Niederösterreich: Beamten der Grenzpolizeiinspektion Nickelsdorf stoppten am Dienstag drei Männer, die mit einem Klein-Lkw voll Diebesgut unterwegs waren, das von einem Bauernhof in Niederösterreich stammte.

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Die Angehaltenen gaben an, dass ihnen ihr Arbeitgeber noch Geld schulde und sie deshalb die Geräte im Gesamtwert von rund 9.000 Euro mitgenommen hätten. Sie wurden wegen Verdacht auf gewerbsmäßigen Diebstahl angezeigt.

Als die Polizisten am Dienstag gegen 5.45 Uhr den Mercedes Sprinter auf der B10 in Nickelsdorf anhielten und kontrollierten, wehte ihnen ein strenger Stallgeruch entgegen. Aus dem Wagen stiegen drei Männer mit schmutzigen Hosen. Im Laderaum befand sich alles, was man als Landwirt bei der Arbeit auf einem Bauernhof braucht, so ein Beamter am Mittwoch. Die Polizisten fanden unter anderem vier Traktorreifen, zwei Gabeln für einen Traktor-Frontlader, eine Zapfwelle und ein Silogebläse.

Das Trio machte über die Herkunft der zum Teil noch verschmutzten Ladung widersprüchliche Angaben. Da die Männer keinen Besitznachweis erbringen konnten, begannen die Beamten mit ihren Ermittlungen, die sich als zeitaufwendig erwiesen. Schließlich tauchte bei einer Nachfrage eine der beiden Ladergabeln als gestohlen auf. Der Diebstahl war am Dienstag der Polizei in St. Peter an der Au im Bezirk Amstetten gemeldet worden.

Die mutmaßlichen Diebe, zwei Ungarn im Alter von 29 und 45 Jahren und ein 30-jähriger Rumäne, wurden gesprächig: "Sie haben angegeben, dass sie dort gearbeitet haben und kein Geld gekriegt haben vom Bauern. Und deshalb haben sie sich das mitgenommen", schilderte ein Polizist.

Laut den Angaben der Drei hätte ihnen der Landwirt noch 3.500 Euro geschuldet. Die Männer erzählten den Ermittlern, dass sie in einem unbeheizten Zimmer schlafen mussten. Es habe auch keine sanitären Einrichtungen gegeben. Die Polizei muss nun auch diesen Angaben nachgehen: Es sei zu überprüfen, ob nicht der Tatbestand der "Ausbeutung eines Fremden" bestehe, so der Beamte.