Erstellt am 06. Mai 2015, 08:50

von APA Red

Drogen um 430.000 Euro verkauft: Zehn Festnahmen. Suchtgiftermittler der Polizei Neusiedl am See haben seit Oktober 2014 zehn Dealer festgenommen. Sie sollen Drogen im Straßenverkaufswert von 430.000 Euro verkauft haben.

Sichergestellt: Drogen im Wert von 55.000 Euro. Foto: Landespolizeidirektion Burgenland  |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland
Zug um Zug haben Suchtgiftermittler der Polizei im Bezirk Neusiedl am See in den vergangenen Monaten einen Suchtgiftring zerschlagen. Zehn Personen wurden festgenommen, sie sollen mit Drogen im Gesamtwert von rund 430.000 Euro gedealt haben. Ein Verdächtiger war besonders dreist: Für ihn klickten deshalb am Tag, an der er wegen eines Drogendelikts vor Gericht stand, gleich wieder die Handschellen.

Insgesamt waren 14 Männer und eine Frau im Visier der Ermittler. Seit Oktober landeten schließlich acht mutmaßliche Dealer aus dem Burgenland, Niederösterreich und Wien sowie ein Pole und ein Schweizer im Polizeigewahrsam. Den Verdächtigen wurde laut Landespolizeidirektion Burgenland der Handel mit 9,5 Kilogramm Speed, 16,4 Kilo Cannabis und 1.000 Suchtgift-Tabletten nachgewiesen. Auch für zahlreiche Abnehmer setzte es Anzeigen.

Cannabis selbst angebaut und "importiert"

Die Drogenfahnder arbeiteten sich ausgehend von Kleindealern im Bezirk Neusiedl am See zur jeweils nächsten Verteilerebene vor. Schließlich stieß man auf Leute, die mit Suchtgift-Mengen im Bereich von einem Kilogramm handelten. "Das waren schon die, die importiert haben", sagte ein Ermittler.

Das Cannabiskraut hatten die Verdächtigen teilweise in Indoor-Anlagen selbst angebaut. Ein Teil wurde aber auch aus Tschechien nach Österreich geschmuggelt. Bei sichergestelltem Speed in Form einer Paste habe der Reinheitsgehalt mehr als 40 Prozent betragen: "Das ist unüblich", sagte der Ermittler.

Flüssiges LSD sichergestellt

Auch flüssiges LSD im Wert von fast 55.000 Euro, das zur Herstellung von "ein paar Tausend" LSD-Trips gereicht hätte, wurde sichergestellt. Bei den Festnahmen im Burgenland, in Niederösterreich und in Wien gab es keine Zwischenfälle. Neben den Drogen wurden auch noch Gaspistolen, Schlagstöcke und Schlagringe gefunden.

Einer der Verdächtigen war offenbar besonders abgebrüht: Er war - bereits einschlägig vorbestraft - im Februar festgenommen worden und wurde vor seinem Prozess enthaftet. In der Zeit bis zu seiner Gerichtsverhandlung geriet er jedoch erneut auf Abwege. Als die Fahnder nach der Urteilsverkündung bei dem Mann vorbeischauten, fanden sie ein Viertelkilo MDMA, das schon für den nächsten Deal vorbereitet war, und nahmen ihn gleich mit.