Erstellt am 16. Juni 2016, 05:00

von Birgit Böhm-Ritter

Drohnen als Vogelscheuchen. Seit vergangener Woche ist es rechtlich möglich Flugdrohnen für die Stare-Abwehr einzusetzen. Die Winzer im Seewinkel warten erste Pilotprojekte ab.

Drohnen verjagen Stare. Lukas Unger, Philipp Knopf und Joachim Fertl gaben mit ihrer Erfindung den Anstoß zur Gesetzes-Novelle.  |  NOEN, Skyability

Neue Technologien ziehen nun auch in die Welt der Stare-Abwehr ein. Vogelscheuchen, „Starfighter“ und Schreckschussanlagen waren gestern - zukünftig können ferngesteuerte Flugdrohnen bei der Vertreibung der Vögel aus den Weingärten eingesetzt werden. Eine Novelle des Pflanzenschutzgesetzes, die vergangene Woche im Burgenländischen Landtag einstimmig beschlossen worden ist, macht dies jedenfalls rechtlich möglich.

Testversuche in Rust

Die neue Option von Drohnen soll weniger Lärm und weniger Schadstoff-Emissionen, aber mehr Sicherheit bedeuten. Gestartet wird mit Testversuchen in ausgewählten Pilot-Gebieten - vorerst in Rust.

Die Winzer im Seewinkel warten die ersten Ergebnisse dieser Tests ab. Michael Allacher, Bezirksobmann des Weinbauverbandes zeigt sich noch skeptisch, vor allem was den finanziellen Aufwand betrifft. Alleine für die Weinbaugemeinde Gols schätzt er die Kosten auf 300.000 Euro, würde man auf Drohnen umstellen.

Hohe Kosten befürchtet

„Gesetzlich vorgeschrieben ist der ständige Sichtkontakt zur Drohne. Das heißt, ein Gerät könnte nicht mehr als 100 Hektar abdecken. In Gols müssten 15 bis 20 Drohnen eingesetzt werden, die alle mindestens einen Piloten brauchen würden, der die Flugapparate fernsteuert“, erklärt er.

Dieses Jahr setzt man in Gols jedenfalls noch auf herkömmliche Methoden. Etwa auf Jäger und Feldhüter, die Schreckschüsse abgeben oder auf das Einnetzen der Weinreben. Auf den „Starfighter“ verzichtet man in der größten Weinbaugemeinde Österreichs dieses Jahr. Das Risiko sei zu groß. Erst vergangenes Jahr hat es beim Absturz eines Flugzeuges zwischen Weiden und Gols einen Todesfall gegeben.

Drohnen werden also heuer im Bezirk noch nicht zum Einsatz kommen. „In manchen Gemeinden wird noch beraten, ob es überhaupt eine Stare-Abwehr geben wird, weil es durch den Frost Ende April kaum Trauben gibt“, sagt Allacher