Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Droht eine neue Gefahr?. NACH DEPONIE / Der Antrag für eine mikrobiologische Bodenaufbereitungsanlage bei Neudorf wurde abgelehnt. Berufung der Projektbewerber ist noch nicht abgeschlossen.

»Bleiben weiterhin wachsam«. Die Mitglieder der Bürgerinitiativen Neudorf und Parndorf haben ein »wachsames Auge« auf die derzeitigen Entwicklungen in ihren Gemeinden.  |  NOEN, B.SCHEIDL
NEUDORF / PARNDORF / Die Einladung der Bürgerinitiative Neudorf an die Bürger und die Bürgerinitiativen Parndorf hatte einen erfreulichen Anlass: Erst im Jänner wurde der Antrag der Firma „AVE“ zur Erweiterung der bestehenden Bauschuttdeponie auf eine Reststoffdeponie zurückgezogen, gemeinsam mit den Parndorfer wollte man nun am Freitag diesen Erfolg feiern. Einen Schatten auf die Feier warf allerdings die Präsentation der Bürgerinitiative Neudorf eines neu geplanten Projekts auf der Parndorfer Platte bei Neudorf und Parndorf: Die Firma „Ökologische Bodenaufbereitung GmbH“ suchte bereits im Juni 2010 bei der burgenländischen Landesregierung für die Errichtung und den Betrieb einer mikrobiologischen Bodenaufbereitungsanlage mit einem geplanten Jahresdurchsatz von maximal 60.000 Tonnen pro Jahr an, in der laut Ansuchen kontaminierte Böden behandelt werden sollen (siehe auch: www.umweltsenat.at , laufende Verfahren). Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt, worauf die Firma 2011 in Berufung ging, diese ist noch nicht abgeschlossen.

„Wir werden auch weiterhin  wachsam bleiben“

Auf Anfrage der BVZ bestätigt Franz Csillag von der Landesregierung dies, jedoch verweist er darauf, dass die Berufung nun nicht beim Amt der burgenländischen Landesregierung anhängig sei, sondern die Berufungsbehörde der Umweltsenat sei: „Dabei handelt es sich um ein laufendes Verfahren, das Zeit in Anspruch nimmt“, erklärt Csillag. Der Umweltsenat werde weiters auch von Mitgliedern der Landesregierung beschickt, die in weiterer Folge über die erhobene Berufung der Projektbewerber entscheiden.

Die Sorge der Bürger und Bürgerinitiativen ist dennoch, dass durch ein mögliches Verstreichen einer zeitlichen Frist die Zuständigkeit für diese Entscheidung per Devolutionsantrag an das Lebensministerium in Wien übergehen könne. Die generelle Befürchtung der Bürgerinitiativen ist nach eigenen Aussagen, dass es durch die Anlieferung „kontaminierter Böden durch Bahn und LKW und letztlich durch Zusätze von Bakterien in die mikrobiologische Aufbereitung ebendieser zu schweren Auswirkungen auf die Gesundheit, die Landschaft, den Naturschutz und das Grundwasser im gesamten Bezirk kommen wird“, so die Bürgerinitiativen. „Wir werden auf jeden Fall wachsam bleiben und unser Kampfgeist ist nach wie vor aufrecht. Wir werden gemeinsam kämpfen“, so Felix Miletich von der Bürgerinitiative Neudorf.

„Sorge der Bürger um die  Gesundheit ist unbegründet“

Weiters stoßen sich die Bürgerinitiativen daran, dass an der Firma „Ökologische Bodenaufbereitung GmbH“ die Firma „Entsorgungslogistik Austria GmbH“ zu rund einem Drittel beteiligt ist. Letztgenannte gehört wiederum zu 100 Prozent den „Österreichischen Bundesbahnen“ (ÖBB), die nahe des geplanten Standorts, für die mikrobiologische Bodenaufbereitungsanlage eine Gleisanlage besitzt, wo Bauschutt abgeladen wird. Die Befürchtung der Bürger ist es nun, dass „künftig auch dort Böden mit giftigen Stoffen entladen werden und diese in weiterer Folge mit der Vermengung von Bauschutt gemeinsam auf der Bauschuttdeponie landen könnten“, so die Bürgerinitiativen.

Christopher Seif, ÖBB-Pressesprecher für das Burgenland und Niederösterreich erklärt: „Natürlich verstehen wir eventuelle Bedenken von Anrainern, ich muss aber vorweg festhalten, dass die Sorge der Bürger um die Gesundheit unbegründet ist und dazu absolut kein Anlass besteht. Denn die Voraussetzung für die Genehmigung einer derartigen Anlage ist ein Umweltverträglichkeitsverfahren, bei dem das Projekt von zahlreichen Experten und Sachverständigen begutachtet und bewertet wird. Eben diese Umweltverträglichkeitsprüfung hat ergeben, dass einer Genehmigung nichts im Weg steht. Außerdem würde die Bearbeitung des kontaminierten Materials, welche auf mikrobiologischer Basis ohne Umweltbelastungen durchgeführt wird, in einer geschlossenen Halle stattfinden, bei der der Boden so abgedichtet ist, dass nichts ins Grundwasser beziehungsweise eine Abluftreinigungsanlage sicherstellt, dass nichts in die Luft gelangen kann. Das im Anschluss auf einer sogenannten Baurestmassendeponie gelagerte Material gefährdet weder Mensch noch Umwelt.“