Erstellt am 16. November 2011, 00:00

Dunkle Vergangenheit. KRIMINELL / Vier Jahre liegen jene Einbruchsdiebstähle zurück, die einen 45-jährigen Wiener Neustädter nun einholten.

Einbrüche. Der Mann bekannte sich zu zwei Straftaten schuldig.  |  NOEN
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BEZIRK NEUSIEDL / Früher bestand das Leben des heute 45-jährigen Hilfsarbeiters aus Wiener Neustadt aus Alkohol und Straftaten: „20 Bier habe ich pro Tag getrunken.“ Arbeit habe er damals keine gefunden. Stattdessen ging er einbrechen: 13 Vorstrafen sammelte er bis 2008.

Doch danach will er mit seiner kriminellen Vergangenheit abgeschlossen haben: „Im Jänner 2008 hörte ich mit dem Saufen auf. Mir ist mein damaliges Leben auf den Nerv‘ gegangen“, gab er vorige Woche am Landesgericht Eisenstadt zur Auskunft.

„Engelchen“ informierte die  Polizei über Straftaten

Er machte den Führerschein, fand vor eineinhalb Jahren Arbeit als Spenglerhelfer. Doch nun holte ihn eine Episode aus der Vergangenheit ein. Dass der Verdacht auf ihn fiel, ist einem anonymen E-Mail zu verdanken, das 2010 beim Bezirkspolizeikommando Neusiedl eintraf. „Ein Engelchen“, so stand darin zu lesen, würde der Polizei mitteilen, wer im Mai 2007 in ein Wohnhaus in Halbturn und im Dezember 2007 in eine Firma in Wiener Neustadt eingebrochen habe. „Vermuten Sie, dass Ihre frühere Lebensgefährtin Sie verraten hat?“, wollte Richterin Karin Knöchl von dem Angeklagten wissen. „Mir ist die Frau ziemlich egal. Ich will nur meine Ruhe haben“, antwortete dieser. Eigentlich sollte die 46-Jährige neben ihm sitzen - sie soll sich an der Vorbereitung und Durchführung des Einbruchsdiebstahls in Halbturn beteiligt haben. Doch die Wiener Neustädterin blieb der Verhandlung fern. Kennengelernt hatte der Wiener Neustädter die Frau während eines Gefängnisaufenthaltes über eine Kontaktanzeige; als er am 26. Mai 2007 entlassen wurde, zog er bei ihr ein.

Zwei Tage später, am 28. Mai 2007, zertrümmerte der Wiener Neustädter mit einem Sonnenschirmständer aus Beton die Terrassentür eines Wohnhauses in Halbturn und durchsuchte die Räume.

„Meine Lebensgefährtin kannte die Tochter der Hausbesitzerin und wusste, dass diese 60.000 Euro im Haus hätte“, berichtete der Angeklagte. Tatsächlich waren es „nur“ 13.300 Euro. Als das Geld im Dezember 2007 wieder knapp wurde, brach er in eine Wiener Neustädter Firma ein, wo er knapp 5.000 Euro erbeutete. Er bekannte sich zu beiden Straftaten schuldig und erhielt eine unbedingte Haftstrafe von 16 Monaten, die er - auf Anregung von Staatsanwalt Roland Koch - mittels Fußfessel verbüßen könnte. „Mir geht es darum, dass er den Schaden gutmacht. Mit der Fußfessel könnte er auch arbeiten gehen“, erklärte Koch. Der Wiener Neustädter bat um Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.