Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

Ehefrau vergewaltigt. KONFLIKT / Fünfmal soll ein Pensionist aus dem Seewinkel seine Gattin mit Gewalt zum Sex gezwungen haben.

BEZIRK NEUSIEDL /  Vorige Woche musste sich ein 64-jähriger Pensionist aus dem Bezirk Neusiedl wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Er war nach dem letzten Vorfall Anfang Jänner 2012 in U-Haft genommen worden und betrat mit Tränen in den Augen den Gerichtssaal.

Seit August 2011 soll er zumindest fünfmal seine 62-jährige Ehegattin mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr genötigt haben. Die Frau hatte ihren Mann bereits Ende 2010 wegen Vergewaltigung angezeigt, jedoch ihre Vorwürfe im April 2011 wieder zurückgezogen. Damals stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein.

„Wir waren 43 Jahre verheiratet“, erklärte der mittlerweile geschiedene Pensionist. „Ich möchte nicht schlecht über sie reden. Sie war eine gute Mutter von vier Kindern.“

Er sei eifersüchtig gewesen, zuletzt sei viel gestritten worden, aber der Geschlechtsverkehr sei immer einverständlich erfolgt. Im übrigen sei bei ihm „oft nichts gegangen“. „Wenn sie nicht mitgeholfen hat, gab’s keinen Sex“, sagte er Angeklagte.

Ehefrau sagte: „Ich hatte  furchtbare Angst“

 

Bei der kontradiktorischen Einvernahme schilderte die Frau den Vorfall von Anfang Jänner, nach dem ihr Mann verhaftet worden war: „Ich hatte furchtbare Angst, weil er gedroht hatte, mich umzubringen.“

Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen. „Manchmal habe ich aus Angst nachgegeben, manchmal habe ich mich gewehrt. Wenn ich nicht stillhielt, drohte er, mich zu würgen. Ich hatte oft Schmerzen und trug blaue Flecken davon.“

Der Angeklagte sprach von einem „Racheakt“ seiner Ex-Frau, die ihn „weghaben“ wolle.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rauter verurteilte den Mann zu zwei Jahren Haft, davon 16 Monate bedingt.

Dem Mann wurde die Weisung erteilt, sich von seiner Ex-Frau fernzuhalten.

Er wurde nach dem Urteilsspruch bedingt aus der Haft entlassen und bezog ein Quartier in Wien, das ihm ein Pfarrer vermittelt hatte.