Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Ein „Asyl“ für die Polizei. GRENZDIENSTSTELLEN-SCHLIESSUNGEN / Bürgermeister Matthias Gelbmann bietet eine Unterkunft für die Polizeiinspektion an, damit die Dienststelle erhalten bleibt.

Wenn es nach Ortschef Matthias Gelbmann geht, dann werden im alten Kindergarten bald Polizeibeamte ihren Dienst versehen.PIA REITER  |  NOEN
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ANDAU / Bürgermeister Matthias Gelbmann (SPÖ) will die geplante Schließung des Polizeidienstpostens in seiner Gemeinde verhindern. Von 30 Grenzdienststellen der Polizei, die österreichweit geschlossen werden sollen, befinden sich mit Andau, Apetlon und Deutsch Jahrndorf drei im Neusiedler Bezirk.

Bürgermeister Gelbmann hofft, dass er den Namen seiner Gemeinde bald nicht mehr auf der Schließungsliste lesen muss. Der Polizeiposten in Andau „müsse im Interesse der Sicherheit in der Gemeinde unbedingt erhalten bleiben“, betont der Ortschef. Dafür wäre der Bürgermeister auch bereit, seitens der Gemeinde einen Beitrag zu leisten. „Wir möchten dem Innenministerium geeignete Räumlichkeiten für die Polizei in Andau anbieten“, sagt er. Im Gemeindevorstand habe er dieses Vorhaben schon besprochen. Nun soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 2. Februar ein dementsprechender Grundsatzbeschluss gefasst werden. „In einem Brief werden wir Innenministerin Maria Fekter dann unseren Vorschlag unterbreiten“, beschreibt Gelbmann die weitere Vorgehensweise.

Polizeigebäude zu teuer  für Innenministerium

Als die Pläne des Innenressorts bekannt wurden, wurde auch auf die Kosten von bundesweit 1,1 Millionen Euro für die Instandhaltung der Gebäude hingewiesen. Diese sollen künftig „in effizientere Maßnahmen investiert“ werden, hieß es. Aus diesem Grund möchte die Gemeinde Andau dem Innenministerium Räume für die Polizei zur Verfügung stellen und damit die Schließung des Polizeidienstpostens abwenden. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagt Gelbmann, „eine 120 Quadratmeter große Wohnung im Gemeindehaus, die derzeit leer steht oder Räume im alten Kindergarten, wenn das neue Gebäude fertig gebaut ist.“

Ortschef erwartet  Unterstützung von Niessl

Im Kampf um den Polizeiposten erwartet sich Bürgermeister Gelbmann auch die Unterstützung von Landeshauptmann Hans Niessl. „Nach Nickelsdorf werden in Andau die meisten Grenzübertritte gezählt. Unser Posten spielt daher auch bei der Verkehrsüberwachung eine wichtige Rolle“, so Gelbmann.