Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Eine Klasse für Waldorfschule. TROTZ WIDERSTAND / Bischof Ägidius J. Zsifkovics spricht sich gegen Waldorfschule im Wallerner Pfarrkindergarten aus: Initiatorin Angela Michlits will im September starten.

Bischof möchte der Waldorfschule keinen Raum im Pfarrkindergarten sichern. Der Pfarrgemeinderat wäre dafür gewesen.  |  NOEN
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VON JOHANNA KANDELSDORFER

PAMHAGEN/ WALLERN IM BURGENLAND / Seit Anfang des Jahres versucht Angela Michlits, die Meinklang-Winzerin aus Pamhagen, die Idee einer Waldorf-Volksschule im ungarischen Grenzgebiet zu etablieren. Kinder, deren Eltern sich für diese Schule entscheiden, sollen die Möglichkeit haben „nach anthroposophischen Werten zu lernen und die Welt zu entdecken“.

Weiters sollen die Schüler von ungarischen und englischen Native-Speakern unterrichtet werden. Es soll eine Art Landschule entstehen, die mit ihrer Region verwurzelt ist. Ziel sei es jedoch nicht die Schüler zu isolieren, sondern das Regelschulwesen zu bereichern. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als geplant. „Ich kann mir nicht vorstellen, parallel zu einer Regelschule eine Waldorfklasse zu führen, denn die Lehrmethoden und die Stundenpläne dieser zwei Schulsysteme sind völlig unterschiedlich“, äußert sich die Direktorin der Volksschule in Wallern, Anna Andert bedenklich. Da das öffentliche Schulsystem nicht zur Kooperation bereit ist, wollte die Winzerin nun einen privaten Weg einschlagen. Als Standort war ein Raum des Pfarrkindergartens in Wallern, aufgrund der guten Infrastruktur, im Visier.
 

Bischof ist gegen die Lehre  der Waldorfschule


Der Pfarrgemeinderat befürwortete das auch, der Bischof hält dies aber aus weltanschaulichen Gründen für nicht vereinbar. „Der Unterbringung einer Klasse der Waldorfschule im Pfarrheim Wallern wurde seitens der Diözese nicht zugestimmt, weil sich die Waldorfphilosophie nicht mit der Lehre der römisch-katholischen Kirche in Zusammenhang bringen lässt“, so die Diözese Eisenstadt. Initiatorin Angela Michlits will aber nicht aufgeben.
 

Derzeit 15 Interessenten für  die neue Schule


Derzeit gäbe es etwa fünfzehn Kinder und deren Eltern, die an einer neuen Art von Schule interessiert wären. „Wir würden gerne zunächst mit einer Klasse starten und dabei Kinder aus der ersten und aus der zweiten Klasse zusammenlegen. Viele Schulen haben diese Methodik als positiv bewertet. Ein positiver Effekt resultiert daraus, dass die Kleineren von den Größeren lernen können.“ Anfangs sei das Schulgeld noch privat zu zahlen, man möchte aber mit dem Landesschulrat kooperieren. Mittlerweile hat die Winzerin auch schon einen neuen Standort im Blick und möchte nach wie vor im Herbst die ersten Waldorfschüler als Taferlklassler begrüßen.