Erstellt am 08. September 2015, 09:26

von Robert Knotz

Eklat bei Ministerbesuch. Ein Auersthaler VP-Gemeinderat und Mitarbeiter der Innenministerin hat eine freiwillige Helferin umgestoßen. Er beschönigt nichts und entschuldigt sich öffentlich.

 |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)

Ein Gemeinderat aus dem niederösterreichischen Auersthal (Bezirk Gänserndorf) und Mitarbeiter (Name der Redaktion bekannt) von VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner stieß am Samstag bei einem Besuch des aufgelassenen Grenzpostens in Nickelsdorf eine freiwillige Flüchtlingshelferin absichtlich um. Ein Video vom Zwischenfall kursiert in diversen Social-Media-Netzwerken und Online-Medien.

Helferin wurde umgestoßen

Was war passiert? Im Handy-Video geht die Ministerin mit ihren Mitarbeitern durch die Station und wird von zwei aufgebrachten Frauen (Namen der Redaktion bekannt) lautstark kritisiert. Die beiden Frauen und ein unbekannter Filmer schlossen sich dem Tross der Politikerin an.

BVZ.at hatte berichtet:

Von Mikl-Leitners Begleitung wurde versucht, das Mitgehen der Helfer zu unterbinden. Der vorhin erwähnte Gemeinderat drehte sich dann zu den sichtlich unerwünschten Helfern um. Es kam zu einem Wortgefecht, wobei er eine der beiden Helferinnen mit beiden Händen umstieß.

Mikl-Leitner-Mitarbeiter: „Habe Fehler gemacht“

Zu einem telefonischen Interview mit der NÖN war die Frau unter Angabe gesundheitlicher Gründe nicht bereit. Es war jedoch in mehreren Medien zu lesen, dass die Ministerin ihr die Hand hatte schütteln wollen, der Helferin dies aber missfiel.

Der Ministeriums-Mitarbeiter will am Vorfall nichts beschönigen: „Ja, ich habe einen Fehler gemacht und überreagiert.“ Beim Besuch sei es darum gegangen, sich bei freiwilligen Helfern und Einsatzkräften zu bedanken und sich ein Bild vor Ort zu machen.

Bereits beim Aussteigen aus dem Auto seien Schimpfwörter gefallen, die sich dann auf übelste Weise fortsetzten. „Die Personen waren von Beginn an aggressiv. Für mich war das völlig unverständlich. Wir waren ja nur da, um Danke zu sagen und zu fragen, woran es fehlt“, so der Begleiter der Ministerin.

„Werde mit Beteiligten in Kontakt treten“

Nach angeblichen Rempeleien und Schreiereien der drei hatte er in einer Situation das Gefühl, körperlich attackiert zu werden. Da habe er falsch reagiert. Auf dem Video sei nicht zu sehen, dass auch er von den Helfern verletzt worden war.

„Gegen den Rat der Ärzte habe ich keine Anzeige erstattet, weil ich die Lage nicht noch mehr zur Eskalation bringen wollte. Ich möchte mich persönlich bei den Beteiligten in aller Form entschuldigen und werde deshalb mit ihnen in Kontakt treten“, so der Beschuldigte.

SP-Gemeinderätin Karin Helbig meint, dass so ein Verhalten eines Ortspolitikers unwürdig sei und fordert seinen sofortigen Rücktritt als Gemeinderat. Der Angesprochene selbst dazu: „Das ist keine Sache, die mich in der Gemeinde betrifft, sondern eine rein berufliche.“