Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Erdwerk-Müll wird endlich weggeräumt. 30.000 KUBIKMETER / Die Erdmassen werden jetzt entfernt. Deutsch Jahrndorf hofft, das Areal bald verkaufen zu können.

Neuigkeiten in seiner Gemeinde. ÖVP-Bürgermeister Reinhold Reif aus Deutsch Jahrndorf darf sich freuen. Der Klärschlamm beim Erdwerk wird endlich beseitigt.CHRISTOPHER SCHNEEWEISS  |  NOEN
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DEUTSCH JAHRNDORF / In der „Kompostieranlage“ des Erdwerkes in Deutsch Jahrndorf beginnen heute, am 10. November, die Arbeiten zur Räumung des durch die dortige Kompostieranlage aufbereiteten Klärschlammes.

Dies wurde nunmehr zwischen der Arbeitsgemeinschaft Bilfinger Berger, Porr Umwelttechnik und der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See vertraglich fixiert.

Das Erdwerk ist seit dem Konkurs der Betreiberfirma im Juli 2005 außer Betrieb. Im Jahr 2007 wurde bereits der noch nicht verarbeitete Klärschlamm geräumt (ca. 7.477 m³), nunmehr soll auch jener Teil, nämlich ca. 30.000 m³ geräumt werden, der bereits durch die Kompostieranlage aufbereitet wurde.

Der Vertragsunterzeichnung ist eine EU-weite Ausschreibung vorangegangen und konnte jetzt nach Prüfung aller Angebote der Zuschlag erteilt werden. Mit der Ermittlung der Planungsgrundlagen, der Formulierung und Ausarbeitung der Ausschreibungsunterlagen, Betreuung und Abwicklung des Vergabeverfahrens, der Überwachung der Räumung und Entsorgung der Abfälle des „Erdwerks“ wurde die BALSA (Bundesaltlastensanierungsgesellschaft) beauftragt, die auf die Sanierung von Altlasten spezialisiert ist. „Die BALSA und die Bezirkshauptmannschaft haben sich bemüht“, erklärt Bezirkshauptmann Martin Huber, „einen bestmöglichen Zeitplan für die gesamte Projektabwicklung zu erstellen. Damit steht nunmehr einer gänzlichen Räumung aller Lagerungen auf dem Grundstück des ehemaligen Erdwerkes nichts mehr im Wege.“

Die Kosten für die Räumung des Betriebsgeländes betragen rund 790.000 Euro und werden die Budgetmittel vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zur Verfügung gestellt.

„Sind froh, dass Grundstück  freigeräumt wird“

In Deutsch Jahrndorf ist man jedenfalls froh, dass die „Altlasten endlich beseitigt werden“, wie SPÖ-Vizebürgermeister Johann Muhr berichtete. „Mittlerweile sind die Erdmassen als Sondermüll zu bezeichnen und der gehört weg. Außerdem hat sich das Gelände nicht verkaufen lassen, wenn noch so viel Erdreich weggeräumt werden muss.“ Fraglich ist für Muhr allerdings noch, wohin die Erde transportiert wird. „Ich denke aber, dass man auf alle Fälle durch Pama durchfahren muss.“ Bei geschätzten 1000 LKWs, die, wie man aus Gemeindekreisen hört, bis 15. Dezember alles fertig abtransportiert haben sollen, auch keine Kleinigkeit, oder? „1000 LKWs über einen Monat verteilt wäre eine Katastrophe“, meinte Pamas SPÖ-Ortschef Josef Wetzelhofer, der auf alle Fälle für eine größere Zeitspanne wäre. „Außerdem werden wir mit der Polizei noch reden, dass die LKWs bei uns vorschriftsmäßig durchfahren.“