Erstellt am 14. November 2012, 00:00

„Erhöhung gerecht“. Diskussion / Die BVZ fragte bei Bürgermeistern des Bezirks nach, wie sie mit dem Gehalt zufrieden sind und Funktion und Job meistern.

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BEZIRK / “Man muss schon ein Idealist sein. Wegen des Geldes wird man nicht Bürgermeister“, sagt Willi Schwartz (ÖVP). Der Ortschef von Weiden am See und Bezirks-Obmann des Gemeindebundes hat sich nach eigenen Angaben noch nie über sein Bürgermeister-Gehalt beschwert. Der Forderung des Gemeindebund-Präsidenten Helmut Mödlhammer einer vollen Abgeltung der Inflation für die Bürgermeister, also ein Plus von 2,8 Prozent, kann er aber einiges abgewinnen.

Nach so vielen Null-Lohnrunden sei ein Gehaltsplus durchaus gerechtfertigt. „Man darf nicht vergessen, dass die Gemeinden, zu den größten „Betrieben“ des Landes zählen, die die Wirtschaft der Region ankurbeln“, sagt Schwartz. Dafür würden kompetente Führungskräfte gebraucht, die nicht nur Politik machen, sondern auch in Wirtschaftsfragen bewandert seien. „Auch die Arbeit in kleinen Gemeinden sollte anerkannt werden“, glaubt Schwartz. Neusiedls Stadtchef Kurt Lentsch betont: „Es ist nicht in Ordnung, dass über Politiker und dass, was sie verdienen immer nur geschimpft wird. Ich bearbeite zum Beispiel rund 50 Mails pro Tag und bin rund um die Uhr im Dienst, mache das gerne, finde aber trotzdem, dass dieser Aufwand entsprechend abgegolten werden sollte.“ Außerdem habe es seit dem Jahr 2001 keine Anpassung mehr gegeben (damals wurde das Gesetz beschlossen), und daher die Gehaltseinstufung, die nach der Zahl der Einwohner gestaffelt ist, nicht mehr verändert. „Das heißt, auch wenn Neusiedl am See seither stark gewachsen ist und mehr Einwohner hat als vor zehn Jahren werden der Neusiedler Stadtrat und ich noch nach der Einstufung vor zehn Jahren bezahlt.“

Bürgermeister und Beruf oft nicht vereinbar 

In die gleiche Kerbe schlägt Matthias Gelbmann (SPÖ). Als Vize-Präsident des Gemeindevertreterverbandes, weiß er, dass es zwar gut klingt, wenn es heißt, Politiker verzichten auf ihre Gehaltserhöhung. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Andauer Bürgermeister weiß er aber auch, dass die Aufgaben immer umfangreicher werden, die Aufwandsentschädigungen aber immer weniger. Das sei unter anderem ein Grund, dass es immer schwieriger werde, Leute für das Bürgermeisteramt zu finden. „Nebenbei aber noch einen Beruf auszuüben, ist kaum mehr unter einen Hut zu bringen“, betont Gelbmann. Für Pendler sei es nahezu unmöglich. Diesem schließt sich auch Pamas Bürgermeister Josef Wetzelhofer (SPÖ) an: „Ich als Landwirt kann mir meine Zeit etwas flexibler einteilen, doch für Bürgermeister, die hauptberuflich Angestellte mit fixen Arbeitszeiten sind, wird die zeitliche Vereinbarung von Amt und Beruf immer schwieriger.“ Von Jahr zu Jahr gebe es mehr Arbeit, zudem sei auch immer mehr Präsenz gefordert, erklärt Wetzelhofer weiter. Grund zur Gehaltsanpassung sieht Pamas Ortschef allerdings nicht: „Wenn unsere Pensionisten nicht mehr Geld bekommen, so sollten wir auch nicht mehr bekommen.“