Erstellt am 14. Februar 2014, 14:34

Erneut Taxler als Schlepper. Erst kürzlich sind in Tirol Taxifahrer als Schlepper aufgeflogen, jetzt ging ein Wiener Taxler als mutmaßlicher Menschenschmuggler der Polizei in Bayern ins Netz. Begonnen dürfte die "Reise" im Bezirk Neusiedl haben.

Er wird beschuldigt, in der Nacht auf Freitag drei syrische Staatsangehörige nach Deutschland geschleppt und dafür 700 Euro verlangt zu haben, berichtete die Rosenheimer Polizei.

Zufälliges Treffen in Schnellrestaurant

Beamte des Hauptzollamts München haben den Mann aus dem Verkehr gezogen. Er wurde wie seine drei Fahrgäste, die sich nicht ausweisen konnten, vorübergehend festgenommen. Wie die Ermittlungen ergaben, hat der Taxler die Männer in Parndorf im Burgenland (Bezirk Neusiedl) aufgenommen.

Laut dem Lenker kam das Treffen mit den drei Syrern ganz zufällig in einem Schnellrestaurant zustande. Gegen ein Entgelt in Höhe von 700 Euro sollte es nach München gehen. Die Hälfte des vereinbarten Preises musste bei Fahrtantritt gezahlt werden.

Chef des Unternehmens wusste angeblich nichts

Die deutsche Polizei geht davon aus, dass der Chef des Wiener Taxiunternehmens nichts von der Tour des angestellten Fahrers wusste. Offenbar hatte der beschuldigte Taxler zumindest telefonischen Kontakt mit einem Verwandten der drei Syrer in Deutschland. Auf Anordnung der Münchner Staatsanwaltschaft wurden die im Vorfeld kassierten 350 Euro eingezogen.

Außerdem musste der Mann 1.150 Euro als Sicherheit für das anstehende Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern hinterlegen. Anschließend durfte er die Rückreise nach Österreich antreten. Seine Fahrgäste wurden in die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München gebracht.

Erst am gestrigen Donnerstag hatte die Tiroler Polizei einen Schlag gegen einen organisierten Schlepperring vermeldet, der rund 200 Personen in über 50 Fahrten mittels Taxis aus dem Mailänder Raum nach Deutschland gebracht haben soll.

Dennoch: Kein "Trend" zu Taxis als Schlepperfahrzeugen

Der Fall dürfte aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Aufgriff in Rosenheim stehen, berichtete der Stellvertretende Leiter des Tiroler LKA, Christoph Hundertpfund, der APA. Denn besagte Fahrten hatten alle ihren Ausgangspunkt im norditalienischen Raum und wurden mit in Italien gemeldeten Fahrzeugen durchgeführt.

Generell verzeichneten die Ermittler auch keinen Trend zu Taxis als Schlepperfahrzeuge, betonte Hundertpfund. Das letzte Mal hatten die Tiroler Ermittler vor über einem Jahr mit einem vergleichbaren Fall zu tun.