Erstellt am 18. Oktober 2015, 12:01

von APA Red

Erstmals keine neuen Ankünfte in Nickelsdorf. Zum ersten Mal seit Wochen sind in Nickelsdorf im Bezirk Neusiedl am Sonntag keine neuen Flüchtlinge eingetroffen, das Areal ist komplett leer, der Großteil der Helfer ist abgezogen.

 |  NOEN, APA/HELMUT FOHRINGER
Von einem etwaigen Abbau der Zelte war zunächst weiterhin keine Rede.

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Nickelsdorf im Bezirk Neusiedl am Sonntag keine neuen Flüchtlinge eingetroffen, das Areal ist komplett leer, der Großteil der Helfer ist abgezogen.

Am Samstag haben nach Polizeiangaben allerdings noch einmal 4.155 Menschen aus Ungarn kommend die Grenze überquert.

Freitag um Mitternacht hatte Ungarn auch seine Schengengrenze zu Kroatien abgeriegelt und an der ungarisch-slowenischen Grenze Kontrollen eingeführt, ab Samstag kamen de facto keine Flüchtlinge mehr ins Land. Dies wirkte sich mit einem Tag Verzögerung am Sonntag auch auf die Ankünfte in Nickelsdorf aus.

"Es ist sehr ruhig, um nicht zu sagen, es ist nichts los", sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland auf Anfrage zur APA. Auch freiwillige Helfer berichteten auf Facebook, es kämen keine weiteren Züge mit Flüchtlingen mehr durch Ungarn, die Helfer seien bis auf Weiteres aus Nickelsdorf abgezogen.

Protestierte Identitäre Bewegung in der Nacht?

Die Zelte in Nickelsdorf bleiben allerdings vorerst stehen, hieß es vonseiten der Polizei: "Ein Abbau der Zelte ist noch kein Thema", meinte der Sprecher. Schon einmal hatte sich die Situation entspannt und die Flüchtlinge neue Routen gesucht. Die Verschnaufpause für Einsatzkräfte und Freiwillige hielt damals allerdings nicht lange.

In sozialen Netzwerken kursierten indes Fotos und Meldungen über einen Protest der Identitären Bewegung in Nickelsdorf in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Bundesstraße B10 soll deshalb zum Teil gesperrt gewesen sein.

Auch die nationalistische Gruppe selbst rief auf ihrer Facebook-Seite zur Teilnahme an einem "Protestcamp" am Grenzübergang auf. Nach eigenen Angaben zwangen die Identitären "viele Busse und Taxis" mit Flüchtlingen zum Umkehren. Die Polizei konnte dazu keine Angaben machen.