Erstellt am 22. November 2011, 15:19

Festival-Ende in Kittsee fix. Wegen Umbau im Schloss Kittsee findet 2012 keine Vorstellung statt. Fortsetzung 2013 derzeit ausgeschlossen.

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VON BETTINA SCHEIDL

KITTSEE / Überraschendes Aus für das „Sommerfestival Kittsee“: Am Donnerstag verkündete der Veranstalter (Künstlersekretariat Buchmann, Anmerkung der Redaktion) via Homepage den Ausfall der Veranstaltung für 2012. Grund: Umbauarbeiten im Schloss, welches als Kulisse und Austragungsort des „Sommerfestivals“ fungierte.

Fortsetzung 2013: „Derzeit ausgeschlossen“
Auf Anfrage der BVZ erklärt Christian Buchmann: „Uns wurde von den neuen Pächtern des Schlosses mitgeteilt, dass dieses aufgrund von Umbauarbeiten bis einschließlich Juni nicht zur Verfügung steht.“ Buchmann selbst zeigt sich darüber überrascht, bis vor kurzem befand man sich noch in den Vorbereitungen für das nächste Jahr, nun erfolgte die Absage durch die Pächter. „Darüber wundert man sich natürlich“, so Buchmann. Die Frage, ob er sich generell einen neuen Austragungsort im Bezirk vorstellen könne, verneint Buchmann: „Meine Familie hat einen engen persönlichen Bezug zu Kittsee. Aus Stolz und Verbundenheit haben wir uns damals bewusst für Kittsee entschieden. Ein anderer Austragungsort kommt für uns daher nicht infrage.“ Ob es nach dem Ausfall des „Sommerfestivals“ zur Fortsetzung in Kittsee kommen wird, ist fraglich: „Derzeit ist es ausgeschlossen“, kommentiert der Veranstalter.

„Festival als enorme Wertschöpfung für Kittsee“
Zuletzt verzeichnete das „Sommerfestival“ laut Buchmann einen Besucherrekord: Im Vorjahr waren die möglichen 6000 Plätze für die Besucher der insgesamt zehn Vorstellungen mit 5.800 vergebenen Plätzen besetzt. „Dies entspricht einer Auslastung von etwa 95 Prozent“, resümiert Buchmann. Generell, so Buchmann, wurde das „Sommerfestival“ über die Landesgrenzen hinweg berühmt und brachte so auch zahlreiche internationale Besucher nach Kittsee: „Der Ort wurde für sein kulturelles Angebot bekannt. Das „Sommerfestival“ reihte sich in den üblichen Bekanntheitsgrad der burgenländischen Festspielkultur ein, was für eine kulturelle Aufwertung der Gemeinde sorgte“, so Buchmann.

Ähnlich sieht dies Johannes Frey, der im kommenden Jahr den Vorsitz des Personenkomitees des „Sommerfestivals“ übernommen hätte: „Das Festival war natürlich eine enorme Wertschöpfung für Kittsee. Auch Gastronomie und Betriebe, die Gästezimmer zur Verfügung stellen, haben davon profitiert.“
Gerüchten zufolge soll allerdings ein schriftlich verfasstes Konzept, welches zehn „Kooperationspunkte“ umfasste, für Spannungen zwischen Gemeindevertretern und Veranstaltern gesorgt haben. Gerüchte, die Umbauarbeiten würden mit der geplanten Universität im Schloss zusammenhängen, machten dieser Tage ebenso die Runde. Letztere wollte Bürgermeister Klaus Senftner (SPÖ) gegenüber der BVZ nicht kommentieren, aber: „Wir haben das Konzept erhalten, damit muss sich aber in weiterer Folge der gesamte Gemeinderat befassen. In der nächsten Gemeinderatssitzung wäre das Konzept genau besprochen worden.“ Für Senftner ist dies jetzt aber nicht mehr Thema, da das „Sommerfestival“ aufgrund der Bauarbeiten nun ohnehin nicht stattfinden könne. „Natürlich ist das sehr schade“, so der Ortschef.

Vizebürgermeister Franz Buchta (ÖVP) kommentiert die Causa wie folgt: „Ich kann die Entscheidung der Familie Buchmann nachvollziehen und wir müssen diese auch akzeptieren. Einigen Entscheidungsträgern in Kittsee ist nicht bewusst, welche kulturellen, interkulturellen und wirtschaftlichen Nachteile das für die Gemeinde bedeutet. Ich bin überzeugt, auch wenn 2012 Umbauarbeiten im Schloss stattfinden, wäre für das Festival genügend Platz gewesen - man hätte sich ja zeitlich abstimmen können.“