Erstellt am 05. September 2015, 15:21

von APA/Red

Niessl: "Extreme Notsituation". Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hat sich am Samstag an Ort und Stelle ein Bild von der Versorgung der Flüchtlinge im Grenzgebiet gemacht.

 |  NOEN, WOLFGANG HAUPTMANN (APA)
 "Jetzt gibt es eine extreme Notsituation, Helfen und Solidarität stehen im Vordergrund." Niessl erinnerte daran, dass bei den Flüchtlingsströmen 1956, 1968 und 1989 das Burgenland "mit großem Einsatz geholfen hat, aktuell ist das genauso der Fall."

"Es ist alles so gut organisiert, dass es problemlos läuft. Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Burgenländer. Alles, was derzeit an Essen ausgegeben wird, stammt aus Spenden. Das Burgenland hat derzeit noch mindestens 100 nicht belegte Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung", sagte Niessl. Durchschnittlich würden nach Angaben der Polizei aktuell aber nicht mehr als zwei von 100 Neuankömmlingen in Österreich um Asyl ansuchen wollen, der Rest möchte nach Deutschland.

"Von Hilfsbereitschaft überwältigt"

Schon zuvor hatte Niessl am Bahnhof in Nickelsdorf die Abreise der Flüchtlinge mit Sonderzügen Richtung Wien in Augenschein genommen. Auch dort laufe alles in geordneten Bahnen ab. "Als nur 300 mitfahren durften, kam eine leichte Unruhe auf, mehr konnten aber nach Absprache mit den deutschen Behörden mit dem Railjet nicht transportiert werden", sagte Niessl. Sein Dank gelte den Burgenländern, die eine überwältigende Spendenfreudigkeit an den Tag legen würden, den zahlreichen Helfern sowie den Einsatzkräften der Polizei und des Roten Kreuzes, die für eine sichere Abreise sorgten.

Während des Gesprächs trat spontan Raft Saleh, ein Flüchtling aus dem Südwesten Syriens, auf den Landeshauptmann zu, um ihm für die Aufnahme zu danken. Der Syrer, der berichtete, vor etwa einem Monat über die Türkei mithilfe von Schleppern nach Ungarn geflüchtet zu sein, schüttelte dem Landeshauptmann auch im Namen seiner Gruppe, der mehrere Erwachsene und etliche Kinder angehören, die Hände und lobte den humanen Umgang mit den Ankommenden.

Niessl urgierte zudem ein Durchgriffsrecht auf europäischer Ebene. Alle Länder werden eine entsprechende Zahl von Flüchtlingen aufnehmen müssen, sagte der Landeshauptmann.