Erstellt am 05. September 2015, 15:49

von APA/Red

Schönborn in Nova Rock-Halle in Nickelsdorf. Auch Kardinal Christoph Schönborn machte sich Samstagnachmittag in der Nova Rock-Halle in Nickelsdorf einen Eindruck von der Situation an Ort und Stelle: "Eines funktioniert: Die ehrenamtliche Hilfe und die Hilfe unserer Organisationen Caritas, Samariterbund und allen voran des Roten Kreuzes sowie der Blaulichtorganisationen."

 |  NOEN, ROLAND SCHLAGER (APA)
"Es gibt unglaublich viel Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Ich glaube, der Schock war der Tod der 71 Flüchtlinge. Ich glaube, da haben sehr, sehr viele Menschen in unserem Land gemerkt, das (der Umgang mit den Flüchtlingen, Anm.) ist unerträglich. Bei vielen rührt sich einfach die elementare Menschlichkeit. Diese Leute haben genauso Ängste, Sorgen, Hoffnungen."

Es sei eine verständliche Sorge da, aber kein Grund zur Panik, so Schönborn. "Nur ein Prozent der weltweiten Flüchtlinge drängen nach Europa. Im Vergleich zur europäischen Bevölkerung ist der Flüchtlingsstrom, den wir heuer zu erwarten haben, nur ein Promille."

Im Gespräch mit dem Kardinal erläuterte Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Roten Kreuzes die aktuelle Situation. So befänden sich derzeit rund 250 Flüchtlinge in der Nova Rock-Halle. An Sachspenden gebe es derzeit genug, alles verlaufe sehr ruhig, die Leute seien gefasst. Wichtig sei es zu informieren, dass die Situation eine vorübergehende ist. Einzig die sanitären Anlagen bereiten derzeit Sorge, so der Generalsekretär.

Anschließend suchte der Kardinal den persönlichen Kontakt mit den Flüchtlingen, indem er sie nach ihrem Befinden, ihrer Herkunft und Flucht befragte und ob sie etwas brauchten.