Frauenkirchen

Erstellt am 12. November 2016, 13:42

von Birgit Böhm-Ritter

Landeschef Niessl bezieht Stellung im Glashaus-Streit. Was als Pressekonferenz angesetzt war, entwickelte sich am Samstag in Frauenkirchen zu einer Bürgerversammlung, in der hitzig debattiert wurde...

Das geplante Glashaus-Projekt des Wallerner Unternehmers Werner Perlinger spaltet die Stadtgemeinde (die BVZ hatte laufend berichtet, siehe unten). Nicht nur regionale und überregionale Medienvertreter kamen demnach zur Veranstaltung, auch Gegner rund um die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Frauenkirchen“, Befürworter und direkt in das Projekt involvierte Personen nahmen den Termin im Alten Brauhaus wahr.

Landeshauptmann hob positiven Effekt hervor

Zum Medientermin geladen,  haben Bürgermeister Josef Ziniel (SPÖ), Architekt Werner Thell, und Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der eingangs betonte, es sei  das erste Mal seit seiner 16 jährigen Amtszeit als Landeschef, dass er zu einem  gemeindepolitisches Thema in seiner Heimatgemeinde Stellung beziehe.

Niessl stellte klar, dass das umstrittene Glashaus einen wirtschaftlich positiven Effekt auf Frauenkirchen und die Region haben werde. Das Argument der Glashaus-Gegner - rund um die Bürgerliste NESt und die Bürgerinitiative -, es würden größtenteils Billigjobs für ungarische Arbeiter geschaffen und es würde keine Wertschöpfung für die Stadt daraus resultieren, lässt Niessl nicht gelten.

Etwa 80 Arbeitsplätze würden entstehen

Der Landeschef zitiert eine Kaufkraftstudie, die besagt dass 100 Millionen Euro von Ungarn in Österreich ausgegeben werden, dagegen nur 30 Millionen von Österreichern in Ungarn. „Wer in Österreich sein Geld verdient, gibt auch viel davon im Land aus“, sagt er. Außerdem würden jährlich 100.000 Euro an Kommunalsteuern in die Gemeindekasse fließen.

Etwa 80 Arbeitsplätze würden durch das 14 Hektar große Glashaus entstehen, darunter auch rund zehn höherbezahlte Stellen in der Verwaltung. Gebaut soll zwischen Podersdorf und Frauenkirchen werden. Kritiker geben zu bedenken, dass das Projekt in einem Wasserschongebiet und im Gebiet eines Unesco-Weltkulturerbes gebaut werden soll.

Bürgermeister Josef Ziniel : „Das Grundstück liegt nicht einmal in der Pufferzone des Weltkulturerbes.“ Der Bau würde die Stellung der Region als Weltkulturerbe demnach nicht gefährden. Außerdem seien im Vorfeld sechzehn Gutachten, darunter auch ein Umweltbericht, eingeholt worden, die die Unbedenklichkeit der Umwidmung des Gebietes in „Grünland-Gewächshaus“ feststellten.