Erstellt am 05. November 2014, 06:16

von Birgit Böhm-Ritter

Paprikawirtin sagt adé. Ilona Püspök kehrt dem „Alten Brauhaus“ den Rücken. Katharina und Daniel Hickel übernehmen mit Jahresbeginn das traditionelle Wirtshaus in Frauenkirchen.

Paprikawirtin Ilona Püspök (re) übergibt mit Jahresbeginn das „Alte Brauhaus“ an Daniel und Katharina Hickel. Die neuen Pächter wollen Altbewährtes mit neuen Ideen verbinden.  |  NOEN, Böhm-Ritter

Eine Ära in der burgenländischen Gastronomie geht zu Ende, eine neue beginnt. Ilona Püspök, bekannt als Paprikawirtin, nimmt Abschied vom „Alten Brauhaus“. Mit Jahresbeginn übergibt sie den Gastronomiebetrieb an die Pächter Katharina und Daniel Hickel.

„Als Wirtin ist man eigentlich Hobbypsychologin“

Zehn Jahre hat Ilona Püspök das Traditionshaus in der Wallfahrtsgemeinde geführt. „Und ich habe es immer sehr gerne gemacht. Der Umgang mit Menschen liegt mir“, sagt sie.

Im Wirtshaus ihrer Eltern aufgewachsen, war es für Püspök immer klar, dass sie selbst das „Alte Brauhaus“ einmal führen werde. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut.

Der Kontakt mit den Gästen zähle zu den schönsten Seiten des Berufes. Man müsse ihnen die Wünsche von den Lippen ablesen: „Als Wirtin ist man eigentlich Hobbypsychologin. Manchmal weiß ich schon, was der Gast braucht, bevor er es sagt“, erzählt die Paprikawirtin, die ihren Namen nicht nur der würzig pannonisch-ungarischen Küche verdankt, sondern auch ihrem Temperament.

Nach einem Jahrzehnt nun Zeit für Veränderung

Für Ilona Püspök ist nach einem Jahrzehnt als alleinige Geschäftsführerin allerdings die Zeit für eine Veränderung gekommen.

„Das Gasthaus hat sich von einem Familienbetrieb zu einer „One-Woman-Show“ entwickelt, was es nicht leichter macht“, erklärt sie, „man glaubt gar nicht, wie groß die mentale Stütze einer Familienbande sein kann.“

Lange Zeit arbeitete sie mit ihren Eltern gemeinsam im Betrieb. Vor allem mit Vater Paul war die Jungwirtin ein eingespieltes Team. Als dieser auf Windräder umsattelte, lag das Alte Brauhaus alleine in ihren Händen.

Püspök: „Windräder sind keine Option“

Auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen stellt Ilona Püspök sofort mit einem Schmunzeln klar: „Windräder sind für mich keine Option. Ich brauche die Arbeit mit Menschen.“ Sie würde sich am liebsten in einem sozialen Beruf verwirklichen und vielleicht ein Projekt mit Kindern starten. Vorerst unterstützt sie noch Katharina und Daniel Hickel, die bereits seit August im Alten Brauhaus arbeiten.

Nach der Winterpause (Mitte Jänner bis Anfang März), übernehmen die beiden Wiener das Frauenkirchner Traditionshaus. „Der Stil des Lokals bleibt selbstverständlich erhalten, aber wir wollen auch eigene Ideen einbringen“, betonen die Gastronomen. In Frauenkirchen seien sie sehr gut aufgenommen worden „und auch wir wollen den Einheimischen das Gefühl geben, das sie bei uns willkommen sind.“