Erstellt am 25. Februar 2015, 09:31

von Birgit Böhm-Ritter

Putzaktion in Basilika. Bevölkerung darf beim Säubern der Wallfahrtskirche mithelfen und wird mit ungewöhnlichen Perspektiven belohnt.

Stadtpfarrer Pater Thomas Lackner steuert eigenhändig die spezielle Gelenksarbeitsbühne, die für die Arbeiten in luftigen Höhen verwendet wird.  |  NOEN, zVg

100.000 Wallfahrer besuchen jedes Jahr die Basilika in Frauenkirchen. Diese Woche wird das Barockjuwel für die kommende Saison auf Hochglanz gebracht. Und zwar auf etwas unkonventionelle Weise: Mithilfe einer speziellen Gelenkarbeitsbühne, die Arbeiten bis in 20 Metern Höhe ermöglicht, werden die Gesimse in der Basilika mit einem Staubsauger gereinigt. Schwindelfreie Helfer können beim Absaugen in „luftiger Höhe“ bis Donnerstag mithelfen. „Als kleines Dankeschön gibt es eine Urkunde und ein Foto“, erzählt Stadtpfarrer Pater Thomas Lackner. Am Dienstag waren bereits die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden helfend im Einsatz.

"Tragen gemeinsam für die Kirche Sorge"

Die Vorbereitungen für die Putzaktion laufen bereits seit November. Damit das schwere Gerät keine Schäden in der denkmalgeschützten Kirche anrichtet, wurde im Vorfeld ein Statiker zur Beratung hinzugezogen. „Wir wollten sichergehen, dass durch die Hebebühne nichts zerstört wird. Deshalb steht das Gerät auch nicht direkt auf dem Steinboden der Kirche, sondern auf Holzpaletten“, erklärt der Stadtpfarrer.

Der Einsatz der Hebebühne wird auch genutzt, um defekte Scheinwerfer auszutauschen und energiesparende LED Leuchten zu montieren. Damit sollen die wunderschönen barocken Decken- und Wandfresken sehr gezielt beleuchtet werden. „Die Wallfahrer sollen spüren, dass wir hier gemeinsam für die Kirche Sorge tragen und dass wir uns über jeden freuen der die Basilika „Maria auf der Heide“ besucht“, beschreibt Stadtpfarrer Lackner den Sinn der Aktion.

Während der Reinigungsarbeiten gibt es für Interessierte auch die Chance, „in der Basilika hochzufahren“ und die Kirche aus gänzlich unbekannten Perspektiven zu betrachten. Heute Mittwoch (16 bis 17 Uhr 30) besteht die Möglichkeit der „Basilika Sightseeing Tour“ mit Einblicken in faszinierende und sonst nicht sichtbare Winkel, von 20 bis 22 Uhr kann man die Kirche bei Nacht besichtigen.


Zum Thema

Die barocke Gnadenkirche in Frauenkirchen wurde nach Zerstörungen der alten Kirche in den Jahren 1695 - 1702 vom großen Marienverehrer Fürst Paul Esterhazy gebaut. Die Kirche wurde das Marienheiligtum im damaligen Westungarn und Wahrzeichen des Heidebodens. Das angeschlossene Franziskanerkloster war auch Heimat einer philosophischen Hochschule und der deutsch sprechenden Novizen der ungarischen Franziskanerprovinz.