Erstellt am 11. März 2015, 08:27

von Birgit Böhm-Ritter

Umsatz-Plus durch Knoblauch. Bio-Bauer Erich Stekovics erweiterte sein Sortiment im großen Rahmen um eine weitere Pflanze. Das Risiko hat sich gelohnt. Er setzte 2014 um 40 Prozent mehr um.

Der Paradeiser-Kaiser wird zum Knoblauch-König. Erich Stekovics möchte heuer seine Ernte auf 200 Tonnen verdoppeln.  |  NOEN, ZVG

Erich Stekovics ist als Kaiser der Paradeiser bekannt. Dabei macht er seinen größten Umsatz gar nicht mit dem Paradiesapfel, sondern mit einem etwas geruchsintensiveren Pflänzchen, nämlich mit Knoblauch. Der Frauenkirchener Landwirt kooperiert seit einem Jahr mit der Supermarktkette Spar. Durch den Vertrieb von Knoblauch gelang es ihm, seinen Umsatz um 40 Prozent auf eine Million Euro zu steigern. 100 Tonnen hat er in der vergangenen Saison geerntet, 2015 will Stekovics die Erntemenge gar verdoppeln. Dafür investiert er gemeinsam mit der Supermarktkette insgesamt 800.000 Euro in Lagertechnik.

Neu in seinem Sortiment ist die Pflanze aber ganz und gar nicht. „Schon mein Vater hat Knoblauch kultiviert“, erzählt der Bio-Bauer. Von einer Anbaufläche von einst drei Hektar hat Stekovics bis zum heutigen Tag auf 20 Hektar erweitert.

Ernte mit viel händischer Arbeit verbunden

Der Frauenkirchener Bio-Knoblauch unterscheidet sich vom konventionellen österreichischen Knoblauch durch seine lange Haltbarkeit. „Wir ernten die Pflanze händisch und lagern sie ungeputzt und ungeschält, samt Wurzeln und Stiel“, erklärt Stekovics. Das sei zwar mit viel händischer Arbeit verbunden, der Knoblauch würde aber bis zu 16 Monate halten.

Im Vergleich zu anderen Kulturen wie etwa Paradeiser oder Chili ist der Anbau von Knoblauch besonders herausfordernd. „Die Pflanze hat eine lange Kulturzeit, das heißt, sie ist fast ein Dreiviertel Jahr am Feld. Da kann wetterbedingt viel passieren“, weiß Stekovics. Gesetzt wird Knoblauch Ende September, geerntet erst im Juni.

Obwohl der Bio-Knoblauch um 30 Prozent teurer ist, ist die Nachfrage groß. „Auch weil der konventionelle österreichische Knoblauch nur bis November verfügbar ist“, beschreibt Erich Stekovics seinen Wettbewerbsvorteil. Bereits 50 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet er mit Knoblauch, 30 Prozent aus dem Chili- und 20 Prozent aus dem Tomatenanbau.