Erstellt am 12. Januar 2011, 00:00

Freundin brutal bedroht. GERICHT / Monatelang schlug ein Lehrling seine junge Freundin und drohte ihr: „Ich werde dich und deine Familie erschießen!“

BEZIRK NEUSIEDL / Die große Liebe entpuppte sich als furchtbare Horrorgeschichte. Am Dienstag der Vorwoche stand ein 18-jähriger Lehrling vor Gericht, weil er seine gleichaltrige Freundin monatelang geschlagen und massiv bedroht hatte.

Die beiden hatten sich bereits als 17-Jährige kennengelernt, der junge Mann zog im Elternhaus des Mädchens ein. Einige Monate nach Beginn der Liebesbeziehung wurde der Lehrling zunehmend eifersüchtig. Im Jänner 2010 begann er, seine Freundin zu schlagen und zu bedrohen.

Mehrmals im Monat musste die junge Frau heftige Attacken über sich ergehen lassen. Sie erlitt Blutergüsse und Hautabschürfungen. Aus Scham wagte sie nicht, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Eingeschüchtert wurde sie zusätzlich durch die brutalen Drohungen, die der Lebensgefährte ausstieß: „Ich reiße dir das Fleisch heraus! Ich reiße dir den Unterkiefer heraus! Ich reiße dir die Zunge mit einer Zange heraus!“

Entsetzliche Ängste musste die junge Frau ausstehen, als ihr Freund ihr eine Schreckschusspistole anhielt und drohte: „Ich werde dich und deine Familie erschießen! Ich drücke ab!“

Im September 2010 vertraute sich die junge Frau ihrem Vater an, der sofort Anzeige bei der Polizei erstattete. Der Lehrling wurde verhaftet und saß bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft.

Vor Richterin Karin Knöchl gab er sich reumütig und bekannte sich vollinhaltlich schuldig. Daher wurde er zu einer vergleichsweise milden Strafe verurteilt: sechs Monate bedingt - bei einem Strafrahmen von bis zu
18 Monaten. „Der Beschuldigte ist unbescholten, er war zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher und er ist reumütig geständig“, begründete die Richterin ihr
Urteil. Die Schreckschusspistole wurde eingezogen. Der Lehrling, der das Urteil annahm, wurde nach dem Prozess enthaftet.
Er erhält Bewährungshilfe und soll sich - so die Richterin -
von seiner Ex-Freundin fernhalten.

Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab - daher ist das Urteil nicht rechtskräftig.