Neusiedl am See

Erstellt am 29. Juli 2016, 10:13

von Pia Reiter

400 Teilnehmer bei Protestmarsch. Hallenbad Neusiedl am See rief Proteste auf den Plan - Frist um 100 Tage verlängert.

400 Teilnehmer aus dem ganzen Bezirk und zahlreichen Sportvereinen sind gestern gemeinsam für die Erhaltung des Neusiedler Hallenbades in einem Protestmarsch von der Freizeiteinrichtung über die See- und Hauptstraße vor das Neusiedler Rathaus marschiert, um lautstark ihr Anliegen zu vertreten. „Ein Hallenbad ist ein Muss“, sagte etwa Andreas Sachs, Präsident des Burgenländischen Triathlonverbandes.

„Nicht ja oder nein, sondern wo und mit welcher Ausstattung“

„100.000 Besucher pro Jahr und 600 Schüler, die pro Woche im Hallenbad schwimmen: unser Hallenbad ist für unsere Region eine unentbehrliche soziale Einrichtung. Es darf nicht um die Frage „Hallenbad ja oder nein“ gehen, sondern wo und mit welcher Ausstattung. Unsere Kinder brauchen es – und ohne Zukunftspläne darf das Hallenbad nicht einfach geschlossen werden!“, betonte die Initiative „Rettet das Hallenbad“, die den Protestmarsch organisiert hatte.

Über das Ergebnis zeigt man sich glücklich: „Alle Parteien haben sich erstmalig einstimmig fürs Hallenbad ausgesprochen, das Thema soll auch auf Bundesebene eingebracht werden, die Initiative darf laut Gemeinderatsbeschluss als "Stakeholder" (bzw. Vertretung der Bevölkerung) ab sofort aktiv am weiteren Prozess mitgestalten.“

Lentsch: Laufender Betrieb sei in den nächsten Jahren gesichert

Der Neusiedler Gemeinderat beauftragte deshalb in seiner Sitzung gestern Abend Bürgermeister mit Bund, Land und Gemeinden über eine finanzielle Beteiligung zu verhandeln. Dafür wurde die Frist im Gemeinderat um 100 Tage verlängert und über die weitere Vorgangsweise zum Thema Hallenbad ein Beschluss gefasst. Außerdem soll die Initiative „Rettet das  Hallenbad“ laufend informiert und in Gespräche miteinbezogen werden.

Der laufende Betrieb sei in den nächsten Jahren gesichert, so Bürgermeister Kurt Lentsch, das Hallenbad müsse aber dringend saniert werden. Dafür wären fünf bis sechs Millionen Euro nötig, das könne die Stadt alleine nicht stemmen.

Aktuell sind im Rathaus vier Zusagen und drei konkrete Absagen zur Mitfinanzierung von den Gemeinden eingetroffen.