Erstellt am 31. Oktober 2012, 00:00

Fund: Historische Brunnen. Ausgrabungen / Mittels der Zählung von Jahresringen aus einer Holzprobe soll das Alter der Brunnen festgestellt werden.

Lokalaugenschein. Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP) im Gespräch mit Krzysztof Nodzynski vom Ausgrabungs-Team  |  NOEN

WEIDEN AM SEE / Noch sind die Aufschließungsarbeiten im neuen Bau- und Siedlungsgebiet im Bereich der Kirchenäcker III in vollem Gange. Aber nicht nur diese: Auch das Archäologen-Team ist noch mit Grabungen vor Ort beschäftigt.

Ein Rückblick: Im Frühjahr dieses Jahres wurde im Zuge der Aufschließungsarbeiten ein römisches Landgut, eine sogenannte „Villa rustica“ aus dem vierten oder dritten Jahrhundert nach Christus und ein Gräberfeld entdeckt.

Mittlerweile seien es an die fünfzig Bestattungen, die von Archäologen freigelegt worden seien. „Leider ohne Grabbeigaben“, bedauert Grabungsleiter Nikolaus Franz. Das erschwere die Datierung. Die Gräber seien aber „höchstwahrscheinlich“ aus der frühen Bronzezeit, der römischen Kaiserzeit und dem frühen Mittelalter.

Zu den neuesten Funden gehören vier Brunnen. „Zwei davon sind in einem schrecklichen Zustand und wohl in alter Zeit schon als Kippe verwendet worden“, konkretisiert Franz. Die beiden anderen seien aber gut erhalten. Es handle sich um einen Steinkranzbrunnen und einer Brunnenstube mit einer hölzernen Brunnensohle, die die Versandung des Brunnens verhindern sollte. Vor allem letzterer ist für die Archäologen höchst interessant. „Ich habe schon einige Brunnen ausgegraben“, erzählt Franz, „so schönes Holz ist aber selten und für eine exakte Datierung ein Glücksfall.“

Unterdessen werden Vermutungen laut, dass es im Aufschließungsgebiet eine unterirdische Quelle geben könnte. „Viele Vermutungen liegen auf den Tisch. Diesen möchte ich auf den Grund gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Helmut Rojacz, Leiter des Referates für Wassermengenwirtschaft der Landesregierung. Wahrscheinlich handle es sich aber um Schicht-Grundwasser, so der Experte.