Erstellt am 25. Mai 2016, 09:45

von Birgit Böhm-Ritter

Garten der Erinnerung am Tempelplatz. Eine neue Gedenkstätte am Tempelplatz soll an eine einst lebendige jüdische Gemeinde in Frauenkirchen erinnern.

Die jüdische Künstlerin gestaltete eine Skulptur für die Gedenkstätte in Frauenkirchen. Die Torarolle ist eines der stärksten Symbole im Judentum.  |  NOEN, BVZ

Es soll ein Ort des Gedenkens und der Erinnerung sein: Dort wo 1938 noch eine Synagoge stand, die in der NS-Zeit zerstört wurde, wird am Sonntag feierlich das Tor zu einer neu gestalteten jüdischen Gedenkstätte mit dem klingenden Namen „Garten der Erinnerung“ geöffnet.

Idee entstand bereits vor drei Jahren

Die Idee am Tempelplatz ein Denkmal zu errichten, hatte die „Initiative Erinnern Frauenkirchen“ bereits vor etwa drei Jahren. Dass die Umsetzung des Projektes letztlich so lange gedauert hat, verdankte der Verein einem Zufall.

Bei den ersten Fundamentarbeiten wurden Mauerreste einer ehemaligen Synagoge gefunden, deren älteste Bauphase ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Es folgten archäologische Grabungsarbeiten, die der Gedenkstätte nun ein anderes Gesicht geben als ursprünglich geplant. Ein Teil dieses Fundes wurde nämlich erhalten und durch einen Glaskobel innerhalb der Gedenkstätte sichtbar gemacht.

Im Zentrum des Denkmals steht allerdings eine Torarolle aus Bronze der jüdischen Künstlerin Dvora Barzilai. „Die Torarolle ist das stärkste Symbol des jüdischen Volkes, sie ist ein Lebensmotto“, erklärt sie. Das Denkmal in Frauenkirchen ist nicht ihr erstes, das an die Zeit vor 1938 und an die grausame Vertreibung und Ermordung der Juden im Zweiten Weltkrieg erinnern soll. Auch auf dem Gelände der Medizinischen Universitäten in Wien und Innsbruck sowie in Perchtoldsdorf stehen Skulpturen der Künstlerin. Dorthin kehrt sie auch immer wieder zurück, um selbst zu beten und zu gedenken.