Erstellt am 07. Oktober 2015, 09:31

von Katharina Zedlacher-Fink

Fasanzucht: Anzeigen von Tierschützern. Verein gegen Tierfabriken (VGT) ortet bei Aufzucht von Fasanen illegale Praktiken. Verwaltungsstrafverfahren wurde eingeleitet.

Zuchtfasan mit kupiertem Schnabel. Der VGT fordert ein grundsätzliches Verbot von Fasanen zum Zweck der Jagd zu halten, zu verkaufen oder auszusetzen.  |  NOEN, VGT

Der Tierschützer Martin Balluch und sein Verein gegen Tierfabriken (VGT) brachten in der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See Anzeigen gegen eine Großfasanerie in Nickelsdorf und gegen den Besitzer einer Auswilderungsvoliere in Gattendorf ein.

Kupieren der Schnäbel ist seit 2005 verboten

Der Vorwurf: Fasanen in Nickelsdorf seien die Schnäbel kupiert worden - laut Tierschutzgesetz 2005 ist das verboten. Außerdem seien Fristen für die Auswilderung versäumt worden – die Tiere hätten sich Mitte September noch in den Volieren befunden, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt längst ausgesetzt hätten werden müssen.

Martin Balluch dazu: „Diese Fasane werden nicht ausgesetzt, um eine sterbende Population zu stützen. Sie werden lediglich gezüchtet, um sie als lebende Tontauben zu verwenden. In freier Wildbahn sind sie nicht lebensfähig, wenn sie nicht gleich abgeschossen werden, gehen sie hilflos zugrunde.“ Laut Balluch werden pro Jahr im Burgenland rund 20.000 Fasane für die Jagd gezüchtet und auch in anderen Bundesländern zur sogenannten Gatterjagd ausgesetzt.

Bezirksjägermeister:  „Schwarze Schafe“

Der Betreiber der Großfasanerie in Nickelsdorf wollte gegenüber der BVZ zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben.

Bezirkshauptmann Martin Huber zu den eingebrachten Anzeigen des VGT: „Der Amtstierarzt hat nun den Auftrag, die Vorwürfe zu prüfen. Gegen die betroffenen Fasanerien wurden Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet.“

Der Bezirksjägermeister Roman Leitner hält persönlich wenig vom Aussetzen von Tieren zum alleinigen Zwecke der Jagd. „Solange aber Fristen und Gesetze eingehalten werden, ist es in Ordnung. Schwarze Schafe gibt es – wie überall – auch unter den Jägern. Das kann ich in meiner Funktion nicht verhindern. In unserem Revier finden keine Aussetzungen statt“, so der Bezirksjägermeister. Im Fall der Fasanerien sei aber ohnehin der Amtstierarzt und nicht die Bezirksjägerschaft zuständig, so Leitner.