Erstellt am 09. Mai 2012, 00:00

Gebühren nicht eingehoben?. VORWURF / Gemeinderätin beklagt, dass seitens der Amtsleitung Kanal-und Standgebühren nicht richtig eingehoben wurden. Ortschef kontert.

JOIS / Auch zwei Wochen, nachdem es im Gemeindeamt zur Auseinandersetzung zwischen Amtsleiter Franz Kiss und Gemeindekassier Johannes Knittl gekommen sein soll (die BVZ berichtete), haben sich die Wogen in Jois offensichtlich noch nicht geglättet - am Montag erreichte die BVZ-Redaktion ein Brief mit anonymem Absender, der Kopien von mehreren Mails beinhaltete: In einer dieser E-Mails wandte sich Andrea Reigl (parteilose Gemeinderätin von Jois) in Form einer Aufsichtsbeschwerde an Ulrike Zschech (Referat „Öffentliche Sicherheit und Gemeinden“) von der Bezirkshauptmannschaft.

Der Grund des Schreibens: Bürgermeister Leonhard Steinwandtner und Amtsleiter Franz Kiss hätten die Marktstandgebühren für den „St. Georgs Kirtag“, der am Dienstag, dem 24. April stattfand, nicht eingehoben, Gemeindekassier Johannes Knittl habe die beiden am Montag, dem 23. April aber per Mail über seine Verhinderung aufgrund seines Krankenstandes informiert, dabei - so Reigl im E-Mail - wäre der Gemeinde ein Schaden von mehreren Hundert Euro entstanden.

Weiters schrieb die Gemeinderätin, dass die Vorschreibung der Kanalbenützungsgebühr in Jois letztmalig am 14. Februar 2011 erfolgte. Laut Reigl habe es seitens des Kassiers Hinweise auf die möglichen finanziellen und rechtlichen Probleme gegeben, diese wurden aber von der Amtsleitung nicht wahrgenommen. So würden der Gemeinde ebenfalls Einnahmen unbekannter Höhe entgehen, schrieb Reigl im E-Mail. Auf Anfrage der BVZ erklärte Andrea Reigl, den Brief nicht an die BVZ geschickt zu haben, für eine weitere Stellungnahme war sie aber bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Johannes Knittl erklärte auf Anfrage der BVZ, zu keinem der Ereignisse der letzten Wochen Stellung nehmen zu wollen.

Ortschef Steinwandtner wollte die Mail nicht kommentieren, erklärte aber: „Ich würde mich freuen, wenn sämtliche Personen ihre Energie mehr in die Gemeindearbeit einfließen lassen würden, als anonyme Briefe an Medien zu schicken, um die Gemeinde Jois in ein schiefes Licht zu rücken. Die Rechnung dafür wird wohl am 7. Oktober präsentiert werden, denn die Joiser Bürger sind sehr wohl mündig.“