Erstellt am 09. Juli 2014, 10:39

von Christoph Weisz

Geld illegal kassiert?. Verdächtigt / Ehemaliger Amtmann aus dem Bezirk geriet unter den Verdacht der Vorteilsannahme. Ein Verfahren wurde eingeleitet.

Widerrechtlich. Zwischen 100 und 450 verlangte der Amtsleiter für die Eheschließungen. Foto: bilderbox.at  |  NOEN, bilderbox.at
In den Fokus der Ermittlungen der Kriminalpolizei Burgenland kam ein ehemalige Oberamtsleiter aus dem Bezirk Neusiedl am See. Ihm wird vorgeworfen, dass er zu unrecht Geld für Eheschließungen kassierte.

Amtsleiter kassierte bis zu 7.000 Euro ab 

In einem Zeitraum von März 2012 bis September 2013 soll der Beamte die 49 Trauungen durchgeführt haben und dabei, laut Polizei, willkürliche Beträge zwischen 100 und 450 Euro verlangt haben.

Insgesamt „verdiente“ er so fast 7.000 Euro. Zweimal stellte er über den Erhalt eine Bestätigung mit offiziellem Gemeinde-Briefpapier aus und machte sich so, laut Polizeimitteilung, der Urkundenfälschung schuldig. „Der Amtmann schloss auch Ehen in anderen Gemeinden. Die Eheschließungen sind aber laut dem Eherecht gültig,“ teilt Gerald Koller von der Landespolizeidirektion Burgenland mit.

Strafrahmen: Bis zu  drei Jahre Haft

Die Ermittlungen übernahm das Bezirkspolizeikommando (BPK) in Mattersburg. „Der Fall kam ins Rollen, weil sich Ehepaare über die Hochzeiten unterhielten und feststellten, dass jeweils verschiedene Beträge für die Trauungen verlangt wurden. Unsere Erhebungen sind nun abgeschlossen und wurden an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt, wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme, weitergeleitet“, so ein zuständiger Beamter des Bezirkspolizeikommandos in Mattersburg.

Bei der Staatsanwaltschaft heißt es: „Es wird nun der Polizeibericht geprüft. In drei Wochen kann mit neuen Erkenntnissen gerechnet werden. Der Strafrahmen für das Vergehen der Vorteilsannahme, unter das ein derartiges Vorgehen fällt, kann bis zu drei Jahren Haft bedeuten,“ erklärt Staatsanwältin Magdalena Wehofer.