Erstellt am 01. Mai 2013, 00:00

Gelsen-Plage: „Ab Mai wird es ungemütlich“. Prognose / Verein „Gebl“ hat sich der Gelsenbekämpfung verschrieben: Anfang Mai soll die Gelsenbelastung in Leithagebieten des Bezirks stark werden.

Das Team der „Gelsenwehr“ des „Vereins zur Bekämpfung der Gelsen in den Leithaauen“: Gerald Wasinger, Roland Himmler, Thomas Horvath, Nicole Grätzl, Thomas Brenner, Carmen Petteani und Raphaela Nistler.  |  NOEN

BEZIRK / LEITHAAUEN / Parallel zum Rückblick auf die Gelsenpopulation im Sommer 2012 gab der Verein „Gebl“ („Verein zur Bekämpfung der Gelsen in den Leithaauen“) vor Kurzem auch einen Ausblick auf das kommende Frühjahr und den Sommer. Fazit: Bereits ab Mai könnte es laut Vereinsobmann Mark Hofstetter ungemütlich werden, was die Belastung durch Gelsen betrifft: „Ziemlich genau mit Anfang Mai wird es losgehen, wie viele Gelsen es werden, hängt auch davon ab, wie weit Gemeinden im „Gebl“- Gebiet sind. In unserem Kerngebiet sollten wir ziemlich viele der Larven erwischt haben, nachdem Gelsen aber doch recht weit ziehen können, kann es regional doch ungemütlich werden, speziell in Augemeinden, in denen keine Vorkehrungen getroffen wurden.“

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Leithagebiete in dieser Woche stärker betroffen

Vor allem in der kommenden Woche und Anfang Mai dürfte es nun eine regelrechte „Gelsenplage“ werden, wie Hofstetter der BVZ erklärt: „Dann dürfte man es überall stärker spüren, vor allem außerhalb unseres Gebiets und rund um die Leitha, im Neusiedler Bezirk würde das etwa Gattendorf und Potzneusiedl betreffen sowie Gebiete, in denen es viele stehende Wasserflächen gibt.“ Heuer hätten sich während des Winters große Wassermengen auf Wiesen und Auen angesammelt, in denen zahlreiche Überschwemmungsgelsenlarven schlüpften, erklärt Hofstetter. Am 9. April verzeichnete man den letzten Nachtfrost, kurz darauf stiegen die Tagestemperaturen an, sodass in den stehenden Gewässern die Temperatur um zehn Grad zum Schlupf der Larven rasch überschritten war, so Hofstetter.

„Ohne Eingriffe würden Gelsen zur Plage werden"

Vom Schlüpfen der Larven bis zur Gelse gibt es laut Verein ein Zeitfenster von etwa 14 Tagen, in denen Larven mit dem Mittel „BTI“, einem Eiweißpräparat, das für die Natur ansonsten unschädlich ist, bekämpfen werden können: „Binnen dieser Zeit musste unsere „Gelsenwehr“ und die Helfer in den Gemeinden Hunderte Wasserflächen einzeln behandeln. Ohne diese Eingriffe würden die Gelsen in etwa Anfang Mai zu einer enormen Plage werden. Durch die gesetzten Maßnahmen hoffen wir, die Belastung auf ein erträgliches Maß reduzieren zu können“, erklärt Hofstetter weiter.

Der weitere Verlauf des Sommers hänge stark von der, auch teils kleinräumigen, Hochwassersituation ab, so der Obmann. Auf die steigende Zahl der Fressfeinde verweist hingegen Alois Zechmeister, Leiter der biologischen Station Illmitz: „Es stimmt, dass sich in generell feuchten Jahren stehende Wasserpfützen bilden, und so die Gelsenpopulation ansteigt, parallel dazu aber auch die Zahl der Fressfeinde, die ebenso Futter brauchen. In der Neusiedlersee-Region haben wir heuer starken Froschlaich und viele Jungfische, man muss immer das Gesamtgefüge betrachten.“