Erstellt am 31. Juli 2015, 15:52

von NÖN Redaktion

Gemeinden finden slowakische Kläranlage zu teuer. Fünf Gemeinden in Grenznähe zur Slowakei – Kittsee, Edelstal, Pama, Berg und Wolfsthal – beklagen, dass die Wasserwerke von Bratislava (BVS) zu hohe Preise für die Entsorgung von Abwasser verlangen würden.

 |  NOEN, zVg
Eine entsprechende gemeinsame Stellungnahme der Gemeinden hat der Bürgermeister von Edelstal, Gerald Handing, der slowakischen Nachrichtenagentur TASR geschickt.

Die fünf Gemeinden sind an die Kläranlage im nahegelegenen slowakischen Petrzalka angeschlossen. Man sei an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit auch nach Auslaufen des derzeitigen Vertrags 2017 interessiert, heißt es in der Erklärung. Allerdings verlange man "faire Bedingungen".

Die Wasserwerke, mehrheitlich im Eigentum der slowakischen Hauptstadt Bratislava, verweisen aber darauf, dass der bisherige Preis für die Österreicher auf einem Vertrag aus dem Jahr 1990 beruhe und längst nicht mehr angemessen sei. Die fünf österreichischen Gemeinden zahlen lediglich 0,24 Euro pro Kubikmeter Abwasser, während der Preis für slowakische Kunden inzwischen bei 0,92 Euro liegt.

Neubau einer Kläranlage billiger?

Entsprechend einer Anweisung des Stadtrates und des Bürgermeisters von Bratislava, Ivo Nesrovnal, hätten die Wasserwerke bereits mehrfach versucht mit den österreichischen Partnern einen gerechten Preis auszuhandeln, erklärte BVS-Vorstandschef Stanislav Beno zur TASR. Der derzeit geltende Abwasserpreis von 0,92 Euro pro Kubikmeter sei von der slowakischen Regulierungsbehörde genehmigt worden. Einen niedrigeren Preis sei man momentan nicht bereit zu akzeptieren, so Beno. Ein gewisser Kompromiss sei zwar möglich, aber nur vorübergehend.

Die Kanalisationsnetze auf österreichischer und teilweise auch auf slowakischer Grenzseite haben aber die fünf österreichischen Gemeinden errichtet, die sie auch erhalten und betreiben. Daraus habe sich auch der Preisunterschied ergeben, meinen die fünf österreichischen Bürgermeister und argumentieren, dass beim Preis von 0,92 Euro je Kubikmeter der Neubau einer eigenen Kläranlage billiger käme.

Die BVS habe zudem mehrfach ein Entgegenkommen in den Verhandlungen versprochen, ihr Wort aber nicht gehalten. "Wir haben den Eindruck, die BVS hat kein Interesse daran, einen neuen Vertrag zu schließen, zumindest keinen mit fairen Bedingungen für beide Seiten," so die gemeinsame Stellungnahme der fünf österreichischen Gemeinden.