Parndorf

Erstellt am 20. Juli 2016, 01:43

von Paul Haider

Parndorf: Wirbel um teure Hochzeit. Aufregung in Parndorf: Brautpaar bekam für standesamtliche Hochzeit im Nachhinein 250 Euro zusätzlich verrechnet.

Heiraten im Dirndl. Verena Werner und Joseph Konispoliatis hatten eine schöne Hochzeit in Parndorf, mussten sich aber über zusätzliche Gebühren ärgern.  |  zVg/Privat

Es sollte der schönste Tag im Leben von Verena Werner und ihrem Lebensgefährten Joseph Konispoliatis werden: Der 8. Juli 2016, an dem sie standesamtlich den Bund der Ehe in Parndorf geschlossen haben...

Die Vorfreude auf die Hochzeit wurde aber durch viel Ärger über zusätzliche Gebühren getrübt, wie Verena Werner im BVZ-Gespräch erzählt: „Am 7. April haben wir am Standesamt das Aufgebot bestellt, unterschrieben und alle anfallenden Gebühren in der Höhe von 191,75 Euro bezahlt. Am 15. Juni bekam ich vom Standesamt Parndorf einen Anruf.

Der Mitarbeiterin war es sichtlich unangenehm, mir sagen zu müssen, dass ich noch etwas zahlen muss, wenn wir heiraten wollen.“
Die zusätzliche Gebühr belief sich laut Verena Werner auf 249,05 Euro. Damit betrugen die Gebühren für die Hochzeit insgesamt rund 450 Euro. Zähneknirschend wurde bezahlt. „Uns blieb nichts anderes übrig“, ärgert sich Verena Werner.

Nur noch Büro des Beamten gebührenfrei

Der Hintergrund: Im Mai ist ein neues Landesgesetz in Kraft getreten, wonach für Trauungen „außerhalb des Amtsraumes“ jene zusätzlichen Gebühren entrichtet werden müssen. Als „Amtsraum“ gilt seither nur noch das Büro des Standesbeamten (die BVZ hat berichtet).

Findet die Trauung in einem anderen Raum des Amtsgebäudes statt, werden die rund 250 Euro fällig. So auch in Parndorf, wo aufgrund des Neubaus des Sitzungs- und Trauungssaals derzeit meist im Feuerwehrhaus geheiratet wird.

Der Parndorfer Standesbeamte und Amtsleiter Otto Lippert erklärt gegenüber der BVZ die Gesetzeslage: „Laut Gesetz ist nur das Büro, wo die Niederschrift aufgenommen wird, als Amtsraum definiert. Die Novelle der Gebührenordnung tritt rechtskräftig rückwirkend in Kraft und wird für alle Hochzeiten ab dem Stichtag verrechnet. Das wird vom Gesetzesgeber so vorgeschrieben, nicht vom Standesamt Parndorf“, betont der Amtsleiter.

Laut Otto Lippert werde die zusätzliche Gebühr aufgrund dieses Gesetzes auch im neu gebauten Trauungssaal fällig werden, der im Dezember fertiggestellt sein soll.

„Ist das die neue Art der Hochzeit?“

Für Verena Werner und ihren frisch gebackenen Ehemann ist das ein schwacher Trost: „Wir wollten ganz gewöhnlich im Standesamtssaal der Gemeinde heiraten. Trotzdem mussten wir nun die Gebühr für „außerhalb des Amtsraumes“ zahlen. Man erklärte mir, selbst der Empfang des Gemeindeamtes wäre von nun an bereits außerhalb des Amtsraumes. Ist das nun die neue Art der Hochzeit im Burgenland? Eine Unterschrift im Büro, wo Standesbeamtin, die Brautleute, und vielleicht noch die Zeugen Platz haben. Der Rest der Gesellschaft steht mittlerweile wartend in den Gängen der Gemeindeämter herum?“

Verena Werner betont, dass sie vor allem das Verrechnen der Gebühr „im Nachhinein“ störe. Sie habe sich mit ihrem Anliegen auch schon an die Volksanwaltschaft gewandt. Auf eine Rückmeldung wartet sie derzeit noch.