Erstellt am 20. August 2014, 10:36

von Paul Haider

Zu wenige Turnusärzte. Das Krankenhaus Kittsee klagt über einen Mangel an Jungärzten. Neue Ausbildungsmodelle sollen Besserung bringen.

Gefragt. Das Krankenhaus Kittsee muss für Jungmediziner attraktiver werden. Ein kleines Spital bietet aber auch Vorteile für Turnusärzte, etwa einen engeren Kontakt zu Fachärzten und Patienten.  |  NOEN, BilderBox.com

Die burgenländischen Krankenhäuser haben ein Nachwuchs-Problem. Denn immer weniger junge Ärzte entschließen sich dazu, ihren Turnus in einem heimischen Spital zu absolvieren. Besonders stark betroffen ist das Krankenhaus Kittsee. Von elf Turnusplätzen sind derzeit nur drei besetzt.

„In einem kleinen Spital lernt man in kurzer Zeit sehr viel"

Luc Bastian, ärztlicher Direktor in Kittsee, erklärt die Probleme, mit denen ein Turnusarzt zu kämpfen hat: „In einem kleinen Spital lernt man in kurzer Zeit sehr viel. Aber wenn ein Personalmangel besteht, ist man mit Papierkram eingedeckt. Die medizinische Ausbildung kommt dann zu kurz.“

Bei der Krankenanstaltsgesellschaft (KRAGES) will man diesen Problemen mit einer neuen Ausbildungsschiene entgegenwirken. Dabei sollen die Jungmediziner von Mentoren unterstützt werden, wie René Martin Schnedl, Leiter von KRAGES, erklärt: „Ein Mentor ist jemand, der die Jungärzte fachlich und organisatorisch in ihrer Ausbildung unterstützt. Er bildet die Zwischenebene zwischen dem theoretischen und dem praktischen Teil des Turnus. Die Universität rückt damit ein Stück näher in die Krankenhäuser.“

Bastian: „Ausbildung kommt zu kurz“ 

Weitere Maßnahmen sind laut Schnedl geplant, um die Qualität des Turnus zu verbessern. Etwa sollen einfache Tätigkeiten, die den Jungärzten bisher viel Zeit gekostet haben, vermehrt an die Pflegeabteilungen abgegeben werden.

Zusätzlich sollen die Vorteile, die ein kleineres Krankenhaus mit sich bringt, stärker kommuniziert werden. Schnedl dazu: „In einem kleinen Haus kommt man an Fachärzte näher heran als anderswo, und man lernt auch die Patienten besser kennen. Große Spitäler sind oft so sehr spezialisiert, dass der Gesamtüberblick verloren geht. Ich halte es für den besten Weg, einen Teil des Turnus in einem kleinen Spital zu absolvieren und in größeren Häusern abzurunden.“