Gols

Erstellt am 16. November 2016, 06:09

von Birgit Böhm-Ritter

Anzeige! Aus für lebende Krippe. Nach einer anonymen Anzeige werfen die Organisatoren das Handtuch. Adventveranstaltung wird es keine mehr geben.

„Lebende Krippe“ in Gols 2011. Nach der 15. Ausgabe im Vorjahr ist Schluss. In Gols gibt es heuer kein Adventdorf.  |  BVZ, Archiv/BVZ

Die lebende Krippe, eine Traditionsveranstaltung in der Gemeinde, wird es im diesjährigen Advent nicht geben. Nach dem 15-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr, gibt es kein Fortsetzungsevent mehr. Die Organisatoren um die „Hutweidegassler“ werfen das Handtuch.

Ideengeber Paul Leitner hatte schon 2015 angekündigt, dass ihm die Organisation im Vorfeld zu viel werde. Auf Wunsch der Bevölkerung und des Bürgermeisters Hans Schrammel, ließ er sich allerdings überreden, gemeinsam mit dem Team doch noch mit der lebenden Krippe auf dem Meszaros-Platz weiterzumachen. Nun ist es allerdings anders gekommen.

Anzeige beendet Golser Adventmarkt

Ausschlaggebend für den Entscheidungsumschwung ist eine anonyme Anzeige, die im Frühjahr beim Finanzamt einging. Und zwar nur eine Woche vor dem Hutweidegassenfest, der zweiten Veranstaltung des Organisationsteams.

„Es war alles fix und fertig geplant. Das Programm stand fest, die Musik war organisiert. Wegen der Anzeige haben wir nicht nur das Hutweidegassenfest abgesagt, sondern auch beschlossen die lebende Krippe nicht mehr zu machen“, erzählt Paul Leitner enttäuscht.

Leitner: „Weiß nicht, wer dahintersteckt“

Warum es zur Anzeige kam und wer dahintersteckt, weiß er nicht. Die Gastronomen seien immer eingebunden gewesen und hätten die Veranstaltung unterstützt, betont er. Wirtschaftliche Interessen hätten die „Hutweidegassler“ nie verfolgt, der gesamte Erlös sei immer gespendet worden. In 15 Jahren waren es stattliche 210.000 Euro, die für soziale Zwecke in Gols verschenkt wurden. Das konnte Leitner gegenüber dem Finanzamt auch beweisen. Eine Strafzahlung blieb demnach aus. Trotzdem gibt es keine Fortsetzung.

Vergangene Woche wurde der Meszaors-Platz geräumt. Nichts erinnert daran, dass eigentlich in zwei Wochen, der kleine Adventmarkt mit der „Lebenden Krippe“ eröffnen hätte sollen. Viele Golser zeigen sich empört über das unrühmliche Ende der Veranstaltung, zu der nicht nur Gäste aus der Region gerne kamen. Auch Altbundespräsident Heinz Fischer war mit seiner Gattin zwei Mal zu Besuch.