Gols

Erstellt am 18. September 2016, 04:20

von Birgit Böhm-Ritter

Ulrich Pale Ale: Zaubertrank aus Teekessel im Weingut. Der Golser Ulrich Leitner verarbeitet nicht nur Trauben, sondern neuerdings auch Hopfen und Malz.

Das Ulrich Pale Ale aus Gols  |  zvg

Ein Sprichwort besagt „Bier auf Wein, das lass sein“. Ulrich Leitner kann dem nichts abgewinnen. Im Gegenteil.

Ulrich Leitner: „Nach jahrelangen alchemistischen Versuchen, ist es mir endlich gelungen, meinen eigenen Zaubertrank zu brauen.“ Foto: zVg  |  zVg

Die gute Seele im Weingut von Judith Beck weiß, dass gerade Weinliebhaber nach Verkostungen gerne ein Glas Bier trinken. In Zukunft vielleicht sein eigenes. Denn seit einiger Zeit versucht sich Leitner selbst im Bierbrauen. Und das paradoxerweise im Weingut.

Dass ein Weingut ein idealer Ort zum Bierbrauen seien kann, erklärt Leitner so: „Ich habe mir die 400 Liter-Teekesseln angeschaut, in denen wir die biodynamischen Präparate für den Weingarten kochen und habe mir gedacht, da könnte man auch Bier machen.“

Getränk punktet mit fruchtigem Citrusgeschmack

Vor etwa drei Jahren hat er damit begonnen. Erst mal mit mäßigem Erfolg, wie er selber zugibt. Die erste Charge habe er noch in Sektflachen vergären lassen. Beim Öffnen sei der Druck allerdings so groß gewesen, dass das gesamte Bier in einer Fontäne aus der Flasche gespritzt sei. Nach jahrelangem Tüfteln und Probieren hat Leitner nun aber sein Rezept gefunden. „Das ist nicht anders als im Weinbau“, zieht er Parallelen zu seinem Hauptberuf.

Das „Ulrich Pale Ale“ (UPA) sticht durch einen fruchtigen Citrusgeschmack hervor, der durch den Mandarina Bavaria Aromahopfen entsteht. Zu kaufen ist das UPA im Weingut Judith Beck und bei Blumen Thell in Weiden am See, darüber hinaus haben bereits drei Weinhändler das Bier aus Gols ins Sortiment genommen. Einer aus Wien, einer aus London und einer aus der Biermetropole München. Darüber ist Leitner besonders stolz.

Übrigens: Das eingangs erwähnte Sprichwort ist wissenschaftlich nicht belegt. In welcher Reihenfolge Bier und Wein konsumiert wird, ist für den Kater am nächsten Tag völlig egal. Die Menge des Alkohols macht’s aus.