Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Gräberfeld gefunden. WINDPARK POTZNEUSIEDL / Bei den Vorbereitungsarbeiten für den Spatenstich wurden 580 archäologische Stücke entdeckt.

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POTZNEUSIEDL / Bei den Bauarbeiten zu zwei Windrädern in Potzneusiedl wurden umfangreiche archäologische Funde gemacht. Erklärbar sind diese Ausgrabungen durch die Nähe zu Carnuntum; die Funde stammen aus der Halstatt-, aus der Kelten- und aus der Römerzeit und decken einen Zeitraum von circa 1.200 Jahren ab. Es wurde ein Gräberfeld gefunden, in dem sowohl Urnengräber als auch Körpergräber freigelegt wurden.

Insgesamt gibt es 580 Befunde, wobei die auffälligsten Stücke ein kompletter Gürtel aus der Keltenzeit, Glasfunde (Ketten mit Glasperlen) wie ein Glassauggefäß und zahlreiche römische Fibulas sowie Ringe und Reifen aus Bronze und Eisen, sind. Inzwischen werden die Funde archäologischen Untersuchungen im Bundesdenkmalamt in Wien unterzogen und sollen in einer Broschüre dokumentiert werden, was aber mehrere Monate in Anspruch nehmen wird.

Der geplante Spatenstich für den Windpark Potzneusiedl konnte am 13. Mai dennoch wie geplant stattfinden, die Untersuchungen der archäologischen Funde in Wien laufen. Das Ziel: Zumindest so viel Strom im Land aus erneuerbaren Energien erzeugen, wie das Jahr über verbraucht wird. Bewag-Vorstandssprecher Michael Gerbavsits und sein Kollege Reinhard Schweifer waren sich einig: „Das ist ein historischer Tag. Nach Jahren der Vorbereitung und Planung wird nun gebaut.“ Landeshauptmann Hans Niessl unterstrich die Vorreiter-Position unseres Bundeslandes: „Das Burgenland ist eine Öko-Modellregion für ganz Europa. Wir hoffen, dass sich andere Länder unserem Weg anschließen.“ Landesrätin Michaela Resetar zeigte sich optimistisch, dass auch im Norden ein Boom beim Öko-Tourismus einsetzen könnte.