Erstellt am 16. September 2015, 10:12

von APA/Red

Grenzkontrolle in Nickelsdorf unterbrochen. Die Grenzkontrolle im burgenländischen Nickelsdorf ist am Mittwoch nach nur wenigen Stunden bereits unterbrochen worden.

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Der Einsatz könnte aber im Laufe des Tages wieder fortgesetzt werden, hieß es von Seiten der Polizei. Bereits zuvor hatte es geheißen, dass man flexibel auf die Situation reagieren werde:

Grenzkontrollen werden geduldig hingenommen

Die Grenzkontrollen an der österreichisch-ungarischen Grenze, die am Mittwoch aufgrund der Flüchtlingsströme begonnen haben, sind von den Reisenden geduldig hingenommen worden. Obwohl sich beim Übergang im burgenländischen Nickelsdorf ein kleiner Stau bildete, gab es keine wahrnehmbaren Beschwerden von Autofahrern. Bevorzugt kontrolliert wurden Kleintransporter.

Um 7 Uhr in der Früh waren 180 Polizisten an den Grenzübergang in Nickelsdorf ausgerückt, um erstmals seit Inkrafttreten des Schengener Abkommens die Personalien der Reisenden zu überprüfen. In den ersten Stunden funktionierte dies klaglos: Vereinzelter Unmut äußerte sich im gröbsten Fall in irritierten Mienen - egal ob in ungarischen, österreichischen, französischen oder britischen Autos.

Entspannte Lage in der Notunterkunft in Nickelsdorf

Wo der Schwerpunkt der Kontrollen lag, wurde in den ersten Stunden schnell klar: Kleinbusse wurden bevorzugt an die Seite gewinkt, deren Fahrer zum Öffnen des Laderaums bewegt. Ein kurzer Blick der Beamten reichte meist aus, um einen möglichen Schlepperverdacht zu enthärten. Maximal eine halbe Minute lang wurden die meisten Fahrzeuge inspiziert, bevor sie die Fahrt fortsetzten.

So entspannt wie die Kontrollen war auch die Lage in der errichteten Notunterkunft in Nickelsdorf. Kaum Flüchtlinge waren in der Nacht auf Mittwoch im burgenländischen Grenzort eingetroffen. Taxifahrer buhlten außerhalb der Absperrung um die letzten Verbliebenen. Gleichzeitig stauten sich Sachspenden, wie Kleidung in der Stätte. Letzte kleine Gruppen von Flüchtlingen machten sich zu Fuß bepackt in Richtung Wien auf.

Geringe Verkehrsbehinderungen durch Kontrollen

So gab es auf dem Autobahngrenzübergang Walserberg auf der Westautobahn (A1) 15 Minuten Wartezeit. Auf der Innkreisautobahn (A8) beim Grenzübergang Suben mussten Autofahrer mit zehn Minuten Verzögerung rechnen. Laut ÖAMTC war auch auf den Grenzübergängen abseits der Autobahnen von Salzburg und Oberösterreich Richtung Bayern mit längeren Aufenthalten durch die Kontrollen zu rechnen.

An der burgenländischen Grenze in Nickelsdorf kam es Mittwochfrüh zu keinen Verzögerungen bei der Ausreise, bei der Einreise ist mit kurzen Wartezeiten zu rechnen. Die Polizei hat einen "Trichter" auf der Ostautobahn (A4) aufgebaut, um den Verkehr zu verlangsamen. Dabei werden selektiv Fahrzeuge angehalten und überprüft. Wer die A4 daher besser meiden will kann großräumig ausweichen, zum Beispiel über Klingenbach oder Pamhagen. Die B10 (Budapester Straße) blieb beim Grenzübergang Nickelsdorf weiterhin in beiden Richtungen gesperrt.