Erstellt am 09. Juni 2013, 10:58

Großübung auf dem Neusiedler See. Eine Fahrradfähre, wie sie im Sommer zahlreich auf dem Neusiedler See im Burgenland unterwegs sind - gerät auf der Fahrt zwischen Rust und Podersdorf in Brand.

APA13138204-2 - 09062013 - RUST - …STERREICH: ZU APA 0067 CI - Am Neusiedler See fand am Samstag, 08. Juni 2013, eine Großübung mit sechs Feuerwehren, Wasserrettung und Polizei statt. Im Bild eine Personenrettung aus dem Wasser durch die Feuerwehr. APA-FOTO: CHRISTIAN GMASZ  |  NOEN, CHRISTIAN GMASZ (APA)
Als an Deck die Flammen lodern, springen Passagiere in Panik über Bord: Dieses dramatische Szenario bildete Samstagnachmittag den Rahmen für eine Großübung: Sechs Feuerwehren, Wasserrettung und Polizei rückten mit acht Booten aus, um den in Not Geratenen zur Hilfe zu kommen. Nach dem eineinhalbstündigen Einsatz konnte die Übungsleitung ein positives Resümee ziehen.

"Wir wollen ausprobieren, dass wir die Personen vom Schiff herunterholen mit den Feuerwehrbooten und an Land bringen. Die weitere Aufgabe der Feuerwehr ist die Brandbekämpfung, wo wir versuchen, mit schwerem Atemschutz diesen Brand zu löschen", erläuterte Übungsleiter Swen Karassowitsch, Kommandant der Stadtfeuerwehr Rust, den Ablauf der Übung. Die dritte Aufgabe für die Feuerwehren bildete das Abschleppen des havarierten Fährschiffes in den Hafen.

Der Ablauf: Samstag um 17.16 Uhr wird zunächst die Feuerwehr Rust alarmiert, die über das jüngste Schiff der Feuerwehr-Flottille am See verfügt. Angetrieben von den 450 Pferdestärken der zwei Motoren, pflügt das Einsatzboot durchs Wasser. Aufgrund der Lage - an Bord der Fähre stellen Jungfeuerwehrleute und Kinder mit ihren Eltern die Passagiere des Schiffes dar - werden die Feuerwehren Mörbisch, Oggau, Purbach, Neusiedl am See und Weiden am See nachalarmiert und rücken im Abstand von wenigen Minuten an.

Koordiniert über Funk, geht alles rasch: Ein Feuerwehrboot setzt einen Atemschutztrupp auf der Fähre ab, während beim Außen-Löschangriff eines weiteren Bootes Wasserfontänen durch die Luft wirbeln. Die übrigen Einsatzboote von Feuerwehr und Polizei nehmen die Passagiere der Fähre an Bord und bringen sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone.

Mehrere Menschen müssen dabei aus dem Wasser gerettet werden. Das Ruster Boot ist mit seiner absenkbaren Rampe am Bug für solche Einsätze prädestiniert: Feuerwehrleute holen die im See Treibenden an Bord. Drei Verletzte übernimmt die Wasserrettung. Während sich im Inneren der Fähre der Atemschutztrupp durch den - diesmal von einer Nebelmaschine fabrizierten - Rauch einen Weg zum fiktiven Brandherd bahnt, werden die Verunglückten bereits medizinisch versorgt.

Um 17.41 Uhr wird "Brand aus" gegeben, die Passagiere können wieder auf das Schiff zurückgebracht werden. Nun beginnt der dritte Teil der Rettungsaktion: Das Boot aus Rust nimmt die Fähre ins Schlepptau, die Katamarane der Wehren von Purbach und Mörbisch fungieren dahinter als "Bremser". Gelotst von der Polizei, erreicht der Konvoi den Hafen von Rust.

"Die Fähre wurde steuerbordseitig vertaut", verkündet um 18.43 Uhr ein Funkspruch an die Einsatzleitung, die Bergungsaktion geht ohne Zwischenfall zu Ende. Der Neusiedler See hat sich diesmal von seiner "sanften" Seite gezeigt - doch das kann sich rasch ändern. Bei hohem Wellengang einfach ans Ufer schwimmen- "das spielt's auf dem See nicht", meint Ernst Schügerl von der Wasserrettung.

"Das Resümee ist, dass es eigentlich sehr gut abgelaufen ist", zieht der Übungsleiter Bilanz: "Es war ganz wichtig für uns, einmal das Ganze durchzuspielen. Man hat gesehen, es funktioniert. Man muss den Kameraden ein Kompliment machen, dass das wirklich ganz gut hinhaut."