Erstellt am 04. Juli 2012, 00:00

Grüne gegen Zuleitung. GERINGER WASSERSTAND / Bezirkssprecherin Alexandra Fischbach explizit gegen Eingriff und Grundwasser für Zicksee.

ST. ANDRÄ AM ZICKSEE / Aufgrund des geringen Wasserstandes wird über eine Zuleitung von Grundwasser in den Zicksee diskutiert. Sowohl der zuständige Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) als auch Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) unterstützen die Maßnahme zur Erhöhung des Wasserstandes, welche die Einleitung von Grundwasser in den See vorsieht.

„Eingriff in die Natur hat  immer Konsequenzen“

Die Grünen im Bezirk Neusiedl am See geben ein eindeutiges: „Nein!“ zu einer Dotierung des Zicksee ab. „Es ist vermessen, ein ökologisches Gleichgewicht künstlich zu beeinflussen. Die Natur hat immer wieder gezeigt, dass ein Eingriff in ihr System unkalkulierbare Konsequenzen haben kann. Das Risiko ist viel zu hoch und darf nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen in Kauf genommen werden“, warnt die Bezirkssprecherin der Grünen, Alexandra Fischbacher.

Die Besucher der Region Neusiedlersee sollten die Einzigartigkeit des Gebietes nicht nur bewundern und genießen, sondern auch respektieren, so die Sicht der Grüne. Dazu gehören natürlich auch die Schwankungen des Wasserstandes in den Lacken und im See. „Man kann die Natur nicht ständig anpassen, wie man sie gerade gern hätte. Es ist naiv zu glauben, dass man Grundwasser unbegrenzt entnehmen kann. Ein vermehrter Eingriff in den Grundwasserhaushalt könnte nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt haben, sondern auch lokale Auswirkungen auf die Landwirtschaft, der das Grundwasser entzogen wird“, weist Fischbach auf mögliche Konsequenzen hin.

„Die Menge, die dotiert wird, ist sehr gering. Sie beträgt etwa 70 Liter pro Sekunden. Weiters sind die Intervalle, in denen das Wasser mit Grundwasser angereichert werden darf, genau festgelegt. Es darf nicht länger als vier Wochen Grundwasser gepumpt werden, danach folgen drei Wochen Pause, damit sich das Wasser erholen kann. Das ökologische Gleichgewicht wird somit nicht stark beeinflusst. Die Marktgemeinde St. Andrä kooperiert außerdem mit einem Experten der Technischen Universität Wien. Dieser kontrolliert regelmäßig die Wasserstände und Werte“, beruhigt der Bürgermeister Erich Goldenitsch.