Halbturn

Erstellt am 11. September 2017, 05:36

von Birgit Böhm-Ritter

Bürgerinitiative soll Dorfwirtshaus reaktivieren. FP-Gemeinderat Manfred Haidinger will 300 Unterschriften sammeln: Gemeinde soll Wirtshaus im Ort reaktivieren.

Symbolbild  |  bogdanhoda/Shutterstock.com

Manfred Haidinger ist derzeit auf Stimmenfang. Und zwar im dreifachen Sinn: Einerseits buhlt er als Spitzenkandidat der FPÖ bei der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl um Stimmen, darüber hinaus möchte er in den Nationalrat gewählt werden, noch dazu sammelt er im Rahmen einer Bürgerinitiative Unterschriften für ein Dorfwirtshaus, das seiner Meinung nach mit Unterstützung der Gemeinde reaktiviert werden sollte. Haidinger denkt dabei an das ehemalige Gasthaus Knöbl.

Gemeinden wie Zillingtal als gute Beispiele

Manfred Haidinger (FPÖ) ist zuversichtlich, die nötigen Unterschriften zu bekommen.  |  BBR

Die Gemeinde müsse mit den neuen Eigentümern des Gebäudes in intensive Verhandlungen treten, damit diese in ein neues Wirtshaus investieren. Die Gemeinde könnte selbst als Pächter fungieren und einen Wirt unter günstigen Konditionen unter Vertrag nehmen, erläutert Haidinger. Andere Gemeinden - wie etwa Zillingtal - würden als gute Beispiele vorangehen.

„In einem Gemeinderatsübereinkommen vor fünf Wochen haben wir besprochen, die Eigentümer so schnell wie möglich zu einer Vorstandssitzung einzuladen. Bis jetzt ist das nicht geschehen“, ärgert sich der FPÖ-Gemeinderat, der nun selbst aktiv wird. Er möchte 300 Unterschriften sammeln. „Dann muss das Thema im Gemeinderat behandelt werden.“ 20 Prozent der Wahlberechtigten müssten dafür ihre Unterschrift leisten.

„Alle Fraktionen wollen einen Dorfwirt“

Markus Ulram setzt auf die neue Veranstaltungsstätte.  |  BBR

Für Bürgermeister Markus Ulram ist klar: „Alle Fraktionen im Gemeinderat wollen einen Dorfwirt, wenn es eine Möglichkeit gibt.“ Vergleiche mit dem Zillingtaler Wirtshaus lässt Ulram allerdings nicht gelten: Das Gasthaus sei dort im Besitz der Gemeinde. „Das ist bei uns nicht der Fall. Die Situation ist nicht vergleichbar. Eigentümer ist die Seewinkel Immobilien GmbH, mit der wir laufend im Gespräch sind.“

Bis dato sei noch keine wirtschaftliche Möglichkeit gefunden worden, um ein Gemeindewirtshaus gemeinsam zu stemmen. „Und dabei geht es nicht darum Gewinn zu machen, aber die Gemeinde muss ohne Verlust aussteigen.“

Als Alternative - zumindest für Veranstaltungen - betrachtet der Ortschef momentan die Veranstaltungsstätte des neuen Gemeindezentrums, die sich gerade im Bau befindet. „Dort wird es eine moderne Gastroküche geben, in der Speisen frisch vor Ort zubereitet werden können. Mit fünf Wirten, die die Großküche bewirtschaften können, haben wir derzeit eine Kooperation. Je mehr Wirten sich an der Kooperation beteiligt, desto besser“, erklärt Ulram. Darüber hinaus könne jederzeit ein Catering bestellt werden.