Neusiedl am See

Erstellt am 20. Juli 2016, 10:58

von RED

Mitfinanzierung: „Brauchen 80 Prozent der Gemeinden“ . Weiden und Edelstal stimmte im Gemeinderat für Mitfinanzierung bei Hallenbad, sechs Gemeinden dagegen. Mehrheit der Beschlüsse fehlt noch.

 |  BVZ

In der Entscheidung um die Schließung oder die Rettung des Hallenbades tickt die Uhr - war zunächst der 30. Juni als Frist für die Umlandgemeinden genannt worden, sich für oder gegen eine finanzielle Beteiligung für den Erhalt des Hallenbades zu entschließen, wurde diese Frist nun augenscheinlich nach hinten verschoben. Einen neuen Stichtag gibt es bis dato noch nicht: „Das entscheiden die zuständigen Gremien“, erklärt Bürgermeister Kurt Lentsch am Montag gegenüber der BVZ.

Summe für Fortbestand: Finanzierung mit Kredit

Mitte Juli gibt es nach BVZ-Recherche erst wenige Beschlüsse für das Finanzierungskonzept von maximal sieben Euro pro Bürger für einen Zeitraum von 20 Jahren, das auch beim jüngsten runden Tisch der Gemeindevertreter des Bezirks präsentiert wurde. An diesem Modell der Mitfinanzierung müssten sich zumindest 80 Prozent der Umlandgemeinden beteiligen - davon sei man derzeit aber noch weit entfernt, erklärt Georg Glerton, Geschäftsführer der „Freizeitbetriebe GmbH“.

Bei dieser Rechnung handle es sich um eine faire Lösung für alle Gemeinden, wie Glerton betont: „Die Gesamtsumme, die sich aus Sanierungskosten und laufendem Abgang ergibt, müsste mit Kredit finanziert werden. Die Laufzeit von 20 Jahren ist essenziell, um das Zinsniveau niedrig und die Höhe der Rückzahlungen im Bereich des Möglichen zu halten.“

"Nutzen Zeit, um Alternativen auszuarbeiten"

Nun warte man die nächste Sitzung des Neusiedler Gemeinderats am 28. Juli ab, bei der das Thema Hallenbad auf der Tagesordnung stehen werde, so Glerton: „Wir hoffen bis dahin auf breite Mobilisierung der Gemeinden und nutzen die Zeit, um an Alternativen und den Erhalt des Bades zu arbeiten.“

Bürgermeister Kurt Lentsch erklärt, keine Angaben zu den aktuellen Ergebnissen und Rückmeldungen aus den Gemeinden machen zu können, ehe sich nicht die zuständigen Gremien damit beschäftigt haben: „Wir arbeiten daran, dass das Hallenbad erhalten bleibt“, versichert er. Aus derzeitiger Sicht sei davon auszugehen, dass das Hallenbad im August geöffnet bleibt, so Lentsch.

Contra: Sechs Orte stimmten dagegen

Die Recherche der BVZ bei den Bürgermeistern des Bezirks bestätigen Weiden am See und Edelstal als jene Gemeinden, die im Gemeinderat einen Beschluss für die Mitfinanzierung gefasst haben. Weiden hat im Budget 2016 bereits einen Beitrag für das Bad beschlossen.

Ablehnung kommt hingegen aus Illmitz, Andau, Tadten, Winden am See, Parndorf und Mönchhof, wo die Mitfinanzierung vom Gemeinderat aufgrund unzureichender Information oder zu starker budgetärer Belastung abgelehnt wurde.

Kein Beschluss wurde bisher im Gemeinderat Frauenkirchen, Podersdorf am See, Gols, Gattendorf, Potzneusiedl, Neudorf, Halbturn, Jois, Kittsee, Nickelsdorf, Zurndorf, Pama, Deutsch Jahrndorf, Wallern, St. Andrä am Zicksee und Pamhagen gefasst. Apetlon war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

 

Zitiert aus den Gemeinden:

  • Gattendorf: Das Hallenbad befindet sich auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung. ÖVP-Ortschef Franz Vihanek rechnet mit Ablehnung: „Die vorgeschlagenen Kosten sind für Gattendorf nicht zu stemmen.“
  • Halbturn: Bürgermeister Markus Ulram (ÖVP) ist ein Verfechter des Neusiedler Hallenbads, glaubt aber, dass auch alternative Finanzierungsmodelle angedacht werden sollten: „Der Berechnungsschlüssel könnte auch auf Schülerzahlen umgelegt werden.“
  • Parndorf: Der gültige Gemeinderatsbeschluss sieht keine Mitfinanzierung vor: „Ich halte es grundsätzlich für nicht gut, ein Jahr vor einer Gemeinderatswahl etwas hinzulegen, das 20 Jahre lang Auswirkungen hat. Eine Zahlungsverpflichtung reicht bei Parndorf an eine Million Euro heran. (Anmerkung: Mit Berücksichtigung des prognostizierten Bevölkerungswachstums.) Da kommt es der Gemeinde billiger, einmal im Jahr 40 Kindern einen Schwimmkurs zu zahlen“, so „LIPA“-Ortschef Wolfgang Kovacs.
  • Wallern: Das Thema wurde im Gemeinderat behandelt, ein Beschluss für finanzielle Beteiligung wird nicht gefasst: „Das Budget ist eng bemessen, sogar Gebühren im Ort müssen erhöht werden. Da ist eine Mitfinanzierung vor der Bevölkerung nicht argumentierbar“, so SPÖ-Ortschef Helmut Huber.