Illmitz

Erstellt am 25. September 2016, 06:57

von Pia Reiter

Plan: Illmitz soll ein Kurort werden. Die Seewinkelgemeinde will im Bereich Tourismus ganz auf Gesundheit und Natur setzen und Hotspot für Kurgäste werden.

Beliebt. Das Wasser der Bartholomäusquelle am Illmitzer Hauptplatz wird in der Region geschätzt, hier holen sich die zahlreichen Fans das kostbare Nass.  |  BVZ

„Die Idee ist aus dem Prozess der Dorferneuerung entstanden, wir wollen ein Kurort werden“, erklärt Tourismus-Geschäftsführer Gerhard Haider. Mit der Umsetzung des Vorhabens soll bald begonnen werden, wenn es nach dem Tourismusverband geht.

Brunnen gilt als Kommunikationsplatz

Im Büro vom zuständigen Landesrat Norbert Darabos hat man die Idee bereits deponiert. „Die Heilquelle ist erwiesener Maßen da und die Verbindung von Nationalpark und Kurgästen scheint logisch. Für die Zukunft des Illmitzer Tourismus ist es wichtig, die Dinge in diese Richtung zu lenken“, meint Haider.

Der artesische Brunnen, aus dem die Bartholomäus-Quelle fließt, gilt in der Seewinkelgemeinde nicht umsonst als Kommunikationsplatz: Laut dem Tourismus-Geschäftsführer gehen dort jeden Tag bis zu 500 Büro ein und aus, um sich ihr Wasser zu holen. „Jetzt müssen wir abwarten, die Voraussetzungen sind durch die Heilquelle gegeben und ein Kurort würde gut zu uns in den Umwelt- und Naturbereich passen“, sagt Haider. Seit 1996 ist das Wasser eine von der burgenländischen Landesregierung anerkannte Heilquelle.

Aus dem Büro von Landesrat Norbert Darabos heißt es dazu: „Wie lange ein Verfahren dauert, ist individuell zu sehen und kann nicht pauschal für alle Ansuchen beantwortet werden.“

Das Prozedere: Es müsse erst einmal grundsätzlich geprüft werden, ob ein Ort überhaupt als Kurort in Frage komme: „Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, wird der Ort auch zu einem Kurort ernannt werden“, meint Pressesprecherin Nicole Pauer zu dem Vorhaben.

Zum Thema:

Die Anerkennung als Kurort ist im Burgenländischen Heilvorkommen- und Kurortegesetz geregelt.

Auszug aus dem Gesetz:

  • Kurorte bedürfen einer Anerkennung durch die Landesregierung.
  • Der Antrag auf Anerkennung als Kurort ist von der Gemeinde zu stellen, über deren Gemeindegebiet sich der beantragte Kurbereich erstrecken soll.
  • Im Anerkennungsverfahren ist ein Gutachten des Landeshauptmannes einzuholen, das zum Antrag vom Standpunkt der sanitären Aufsicht Stellung nimmt.
  • Als Kurort darf ein Gebiet nur dann anerkannt werden, wenn in ihm ein Heilvorkommen vorhanden ist.

Zur Heilquelle: Der Gemeinderat von Illmitz beschloss 1929 die Bohrung eines Artesischen Brunnens, die 1930 durchgeführt wurde. Die Bartholomäus-Quelle ist seit 1996 von der burgenländischen Landesregierung als Heilquelle anerkannt. Das sogenannte „Arteserwasser“ enthält viel freie Kohlensäure mit einer schwach sauren Reaktion. Der Natrium-Hydrogencarbonat-Mineral-Trinksäuerling eignet sich besonders für Trinkkuren bei Magen-Darm- und Harnwegserkrankungen.