Erstellt am 22. Juni 2016, 10:22

von Paul Haider

Hoverboard explodiert: Haus unbewohnbar. In Nickelsdorf explodiert ein Elektro-Schweberoller während des Ladevorgangs und steckt ein Familienhaus in Brand.

Zerfetzt. Das »Hoverboard« ist bei einem ordnungsgemäßen Ladevorgang plötzlich in Flammen aufgegangen.  |  zvg/Limbeck/FF Zurndorf

Elektrische Schweberoller, so genannte "Hoverboards", erfreuen sich derzeit vor allem unter Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. Die Gefährte, die durch Gewichtsverlagerung gesteuert werden, bergen aber auch ungeahnte Gefahren, wie Gerhard Limbeck aus Nickelsdorf schmerzlich erfahren sollte.

"Das Gerät ist komplett zerrissen"

Als er am frühen Nachmittag des 11. Juni beruflich unterwegs ist, ereilt ihn die Schreckensnachricht: Das Haus brennt! Seine elfjährige Tochter und der neunjährige Sohn waren für kurze Zeit allein zuhause, als der Brand ausbrach.

Der Brandherd war das „Hoverboard“ der Kinder, das sachgemäß im Arbeitszimmer des Hauses zum Laden an eine Steckdose angehängt war. „Das Gerät ist komplett zerrissen. Ich will mir nicht vorstellen, wie das ausgegangen wäre, wenn ein Kind in der Nähe gewesen wäre“, zeigt sich Gerhard Limbeck im BVZ-Gespräch schockiert.

Tochter bei der Freiwilligen Feuerwehr

Dass durch die Feuersbrunst, die sich im Haus binnen kürzester Zeit ausgebreitet hatte, niemand ernsthaft verletzt wurde, ist der Feuerwehr-Erfahrung von Gerhard Limbecks Tochter zu verdanken: „Meine Tochter ist seit einem Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr, sie dürfte schon mitgekriegt haben, was man in so einer Situation macht.

Sie hat Bruder, Hund und den Haushasen geschnappt, ist ins Freie gerannt und hat mit dem Haustelefon schnell die Mutter angerufen, die dann die Feuerwehr verständigte.“

Rauchgasvergiftung nach Löschversuch

Gerhard Limbecks Gattin Aniko traf kurz darauf beim Haus ein und versuchte zunächst mit einem Freund, die Flammen mit Wasser zu löschen. Das ist aufgrund der enormen Rauchentwicklung, die vom brennenden Hoverboard ausging, aber nicht gelungen. Die beiden mussten wegen einer leichten Rauchgasvergiftung eine Nacht im Krankenhaus Kittsee verbringen.

Der Feuerwehr ist es schließlich mit einem Atemschutztrupp gelungen, den Brand rasch zu löschen. Doch da hatte das explodierte Hoverboard schon enormen Schaden angerichtet, wie Gerhard Limbeck schildert: „Das Arbeitszimmer ist ein Totalschaden und das Haus ist unbewohnbar. Wir mussten ausziehen und sind derzeit bei meiner Mutter untergebracht. Ich schätze den Schaden auf 50.000 bis 60.000 Euro.“

Gerhard Limbeck ist es jetzt ein Anliegen, andere Eltern vor der Modeerscheinung „Hoverboard“ zu warnen: „Es sind schon viele an uns herangetreten, die auch dieses Gerät haben. Ich empfehle ihnen, das Gerät niemals im Wohnbereich zu laden.“