Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

„Ich habe sie nicht getötet.... ...sie ist gestorben!“ / Mit diesen Worten schilderte der Angeklagte Agustin S. am Montag die blutigen Ereignisse vom 20. Juli 2010. Vorgeworfen wurde ihm kaltblütiger Mord.

 |  NOEN
x  |  NOEN

NICKELSDORF, EISENSTADT / Aus dem Leichenfund bei Nickelsdorf am 20. Juli 2010 entwickelte sich - so Staatsanwalt Gregor Adamovic - ein „Hochklassekrimi“, spannend bis zuletzt.

Der nunmehr Angeklagte, der 60-jährige gebürtige Argentinier gab unter großem Medieninteresse vor dem Schwurgericht zwar zu, der 72-jährigen Lydia D. auf der Heimreise von Bratislava aus Wut einen Faustschlag und einen Hieb mit einer Lenkradsperrstande versetzt zu haben, doch an ihrem Tod will er nicht schuld sein.

„Ich habe sie nicht getötet. Sie ist gestorben“, erklärte er. „In diesem Augenblick hat sie mir das Leben ruiniert.“

Sie sei im Auto neben ihm zusammengesackt, da habe er Panik bekommen und sei in einen Seitenweg eingebogen. Bei einem Windschutzgürtel zog er der leblosen Frau den Rock über den Kopf und trat mehrere Male mit seinen orthopädischen Schuhen auf ihr Gesicht ein. Diese Tritte sollen - so der Staatsanwalt - schnell zum Tod geführt haben.

Dann überschüttete er die Leiche mit Benzin und zündete sie an: „Ich dachte, dann ist sie weg!“, so der Angeklagte, der während der Untersuchungshaft von seiner dritten Gattin, mit der er 12-jährige Drillinge und ein weiteres Kind hat, geschieden wurde.

Die 72-jährige Lydia D. hatte er bei seinem Souvenirshop in Wien kennengelernt. Sie soll sich heftig in ihn verliebt haben, in einem Brief schrieb sie: „Du bedeutest mir mehr als jeder andere Mensch auf der Welt“.

Am Tag vor ihrer Ermordung hob die als äußerst sparsam bekannte Frau 4.000 Euro ab. Der Prozess warf viele Fragen auf - das Urteil erging nach Redaktionsschluss.