Erstellt am 06. Mai 2014, 12:14

Im Vollrausch Pensionist im Haus geschlagen. In Eisenstadt ist heute, Dienstag, ein 20-jähriger Mann vor Gericht gestanden, weil er u.a. in der Silvesternacht im Vollrausch einen 81-jährigen Mann und dessen Ehefrau im Schlafzimmer in deren Haus in Gols (Bezirk Neusiedl) überrascht und dem Pensionisten mehrmals auf den Kopf geschlagen haben soll.

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Das nicht rechtskräftige Urteil lautete fünf Monate bedingt. Dem Angeklagten, ein in Deutschland lebender Lehrling mit namibischer und österreichischer Staatsbürgerschaft, warf Staatsanwalt Fridolin Moritz außerdem versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt und versuchte schwere Körperverletzung gegen zwei Polizisten vor. Der 20-Jährige soll laut Anklage versucht haben, bei seiner Festnahme einem Beamten die Uhr vom Handgelenk zu reißen und einen Polizisten mit einem Faustschlag zu verletzen.

"Ich hatte einen Vollrausch, einen Filmriss. Ich kann mich zuletzt an das Feuerwerk erinnern und danach nur noch daran, mit Handschellen zwischen Polizisten gewesen zu sein", erzählte der 20-Jährige. Er habe am 31. Dezember 2013 bereits am Nachmittag eine Flasche Wein getrunken. Später folgten Bowle, Wein, "vielleicht auch Sekt." An die Vorfälle selbst könne er sich nicht mehr erinnern, er beteuerte vor Einzelrichterin Birgit Falb allerdings, wie leid ihm alles täte. "Ich war bis jetzt noch nie aggressiv, wenn ich betrunken war. Ich habe keine Erklärung für mein Verhalten. Es tut mir sehr leid."

"Mit 20 Jahren sollte man schon ein bissel ein Hirn haben"

Eine vom Verteidiger gewünschte Diversion lehnte Falb ab: "Ich finde es so schlimm, was sie dem Ehepaar angetan haben. Mit 20 Jahren sollte man schon ein bissel ein Hirn haben", so die Richterin.

Falb wertete das Geständnis, das Alter, die Unbescholtenheit sowie den ordentlichen Lebenswandel als mildernd, erschwerend war die Anzahl der Vergehen. Der Angeklagte, der in der Silvesternacht durch eine unversperrte Tür in das Haus der Pensionisten gekommen war, kündigte an, sich in einem Brief bei den Opfern - beide konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erscheinen - zu entschuldigen. Er muss außerdem 300 Euro als Teilschmerzensgeld an den 81-Jährigen zahlen. Die Verteidigung kündigte Rechtsmittelverzicht an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.