Erstellt am 15. Februar 2012, 08:11

„Im Wind“ steigt aus. 23 WINDRÄDER ADE / Windpark-Firma will sich aus Vertrag zurückziehen. Gemeinde würden 2,7 Millionen Euro entgehen.

 |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi (BilderBox - Erwin Wodicka / wodi)
PARNDORF / Mit Spannung wird die Gemeinderatssitzung heute, Mittwoch, erwartet. Denn die Gerüchteküche in den Parndorfer Wirtshäusern ist am Kochen. Die 23 Windräder, für die die Gemeinde rund 2,7 Millionen Euro für die Realisierung bekommen hätte, sollen Geschichte sein. Es heißt, das Unternehmen „Im Wind“ will aus dem Vertrag mit der Gemeinde Parndorf aussteigen. Zu Wahlkampfzeiten ließen sich keine seriösen Verhandlungen führen, wird kolportiert.

Das Projekt gilt als hoch umstritten, denn die SPÖ-Parndorf meint, dass die Gemeinde für die Windräder von „Im Wind“ ohnehin zu wenig Geld bekäme, und hat deswegen eine Volksabstimmung initiiert (die BVZ berichtete). Diese steht auch auf der Tagesordnung der heutigen Gemeinderatssitzung (siehe rechts). Die SPÖ hat Unterschriften gesammelt und diese auch eingereicht.

Haben 25 Prozent der wahlberechtigten Parndorfer (circa 770 Personen) für die Volksabstimmung unterschrieben, müsste der Gemeinderat diese auch beschließen. Bleibt die Frage: Wird der Vertrag mit „Im Wind“ vom Gemeinderat gestoppt, was passiert dann mit der Volksabstimmung? Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) erklärt auf Nachfrage der BVZ: „Es ist nur allzu bedauerlich, dass „Im Wind“ auf dieses Polit-Schauspiel reagiert und dass sich das Unternehmen jetzt zurückzieht.“ Es sei reiner Wahlkampf, den die SPÖ da betrieben hätte.

Laut Kovacs hat das Unternehmen Optionsverträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen, die auf vier Jahre laufen. „Vier Jahre lang kann niemand anderer etwas auf diesem Areal machen“, sagt Kovacs.

Gemeindevorstand Veit Maszl (SPÖ) bestätigt die Gerüchte: „Das Schreiben liegt vor. Ein toller Erfolg für uns. Nun brauchen wir keine Volksabstimmung, weil das sinnlose Geldverschwendung wäre. Wir wollen mit der Firma aber weiter verhandeln.“

Gemeindevorstand Gerhard Umathum (ÖVP) bedauert das Platzen des Geschäfts und sagt: „Ja es stimmt, „Im Wind“ hat den Vertrag zurückgezogen. Das ist schade für die Gemeinde Parndorf. Aber die Firma hält noch die Optionen an den Grundstücken.“

Nach den Wahlen wolle die Firma wieder an den Gemeinderat herantreten, so Umathum.